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Verunreinigtes Babymilchpulver Grösste Krise in der Geschichte des Konzerns

Legende: Audio «Lebensmittelskandal in Frankreich zieht immer weitere Kreise» abspielen. Laufzeit 1:16 Minuten.
1:16 min, aus HeuteMorgen vom 02.02.2018.
  • Ein Skandal um verunreinigtes Babymilchpulver zieht in Frankreich immer weitere Kreise.
  • Der Molkereikonzern Lactalis musste jetzt eingestehen, dass Teile seiner Produktionsanlage in der Normandie seit mehr als zehn Jahren von Salmonellenbakterien befallen sind.
  • Vor zwei Monaten rief Lactalis weltweit zwölf Millionen Packungen Kindermilchpulver zurück.

36 Kinder waren im Dezember schwer erkrankt, nachdem sie Babymilch von Lactalis getrunken hatten. Rasch bestätigte sich der Verdacht auf eine Salmonellenvergiftung. Darauf rief Lactalis einige Produkte zurück. Später stellte sich heraus, dass möglicherweise alle im Handel befindlichen Packungen verunreinigt sind. Und schliesslich mussten Konsumenten feststellen, dass Lactalis trotz des weltweiten Rückrufes weiterhin Dosen mit gefährlichem Babymilchpulver an Läden auslieferte.

Zwei Monate nach Beginn der grössten Krise in der Geschichte des Nahrungsmittelkonzerns deutet nichts darauf hin, dass Lactalis diesen Skandal hinter sich lassen kann.

Schweiz ist nicht betroffen

Nun musste der Nahrungsmittelkonzern nämlich auch noch eingestehen, dass das Unternehmen seit mehr als einem Jahrzehnt mit Hygieneproblemen im Werk in der Normandie kämpft. Ein renommiertes Labor stellte fest, dass bereits 2005 derselbe Typ Salmonellenbakterien Milchpulver verunreinigte. Damals erkrankten rund 150 Neugeborene.

Lactalis hat die betroffene Produktionsanlage nun definitiv geschlossen – die betroffenen Familien wollen mithilfe von Konsumentenorganisationen eine Sammelklage gegen Lactalis einreichen. Der Chef des Unternehmens geht davon aus, dass dieser Lebensmittelskandal mehrere hundert Millionen Euro kosten dürfte.

Die Schweiz ist nicht betroffen. Lactalis verkauft in der Schweiz kein Babymilchpulver, sondern nur Käse.

4 Kommentare

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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Theorie: Mitwisser in der Geschäftsleitung haben bestimmt gut Boni abgeräumt und längst Karriere gemacht und sind anderswo... So ist das, wenn man artfremde Manager einstellt statt Leute aus dem eigenen Betrieb.
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  • Kommentar von antigone kunz (antigonekunz)
    'Konzernchef Emmanuel Besnier ' gehört vor Gericht und wenn schuldig ins Gefängnis. Selbstverständlich, dazu dann die entsprechenden Entschädigungen. Die lernen es nie, wenn es zu einer anonymen Konzernhaftung kommt. Schließlich sind diese Cheffen die Hauptverantwortlichen, das heißt sie tragen die Verantwortung. Den entsprechenden Lohn kriegen sie ja und den nehmen sie ohne mit der Wimper zu zucken. Ein x-Faches jeden Angestellten. In diesem x-Fachen ist der Posten 'Verantwortung und Haftung'.
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  • Kommentar von Denise Casagrande (begulide)
    Gefährdung von Menschenleben aus egoistischer "Profitgier"! Kein Einzelfall! Was unternehmen die Zuständigen beim BAG?
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    1. Antwort von Fritz Frei (Fritz Frei)
      Nicht aufmerksam gelesen? Das BAG hatte keinen Grund zum Einschreiten, weil keine Lactalis-Babymilch in die Schweiz kommt.
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