Videobänder: Ottawa-Attentäter nahm Tatort im Sturm

Die kanadische Polizei zeigt anlässlich einer Medienkonferenz zwei Tage nach dem Attentat von Ottawa Aufzeichnungen von verschiedenen Überwachungskameras. Dank der Videoaufnahmen lässt sich der Weg des Attentäters praktisch lückenlos rekonstruieren. Seine Zielstrebigkeit ist verstörend.

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Der Weg des Ottawa-Attentäters

1:13 min, vom 24.10.2014

Beim Attentäter von Ottawa handelt es sich um den 32-jährigen, zum Islam konvertierten Michael Zehaf-Bibeau. Das hat die kanadische Polizei inzwischen offiziell bestätigt. Der Mann ist am Mittwoch während seines Versuchs, mit einem Gewehr ins Parlamentsgebäude zu gelangen, von Sicherheitskräften erschossen worden. Zuvor hatte er beim Kriegsdenkmal der Stadt einen jungen Wachsoldaten exekutiert.

Kein «Hoch-Risiko-Individuum»

An einer Medienkonferenz hat die kanadische Polizei Aufnahmen von Überwachungs-Kameras präsentiert. Anhand derer lässt sich der Weg des Attentäters nach der Ermordung des Soldaten bis hin zu seinem Eindringen ins Hauptgebäude des Parlaments quasi lückenlos dokumentieren.

Entgegen früheren Angaben war man sich bei den kanadischen Behörden über die Gefährlichkeit des Täters nicht im Klaren.

Die kanadische Polizei habe zum Zeitpunkt der Überprüfung keine Hinweise auf Verbrechen gehabt, die die nationale Sicherheit bedrohen könnten, sagte Kanadas Polizeichef zu Medienvertretern aus der halben Welt.

Sein Strafregister habe Einträge bezüglich Drogendelikten und Gewalt aufgewiesen. «Dennoch kann ich bestätigen, dass Zehaf-Bibeau nicht auf der Liste der 93 Hoch-Risiko-Individuen war, die wir im Moment beobachten», erklärte Bob Paulson. Laut einigen Aussagen könne es aber sein, dass der Attentäter extremistische Ansichten gehabt habe.

Premier versteckte sich

Premier versteckte sich

Auch Kanadas Premierminister, Stephen Harper, befand sich während des Attentats im Parlamentsgebäude. Als die Schüsse losgingen, versteckte sich Harper in einem Schrank. Nun wird der 55-Jährige rund um die Uhr bewacht.