Naturkatastrophe in Kolumbien Viele Kinder unter den Toten

Video «Über 250 Todesopfer nach Schlammlawine» abspielen

Über 250 Todesopfer nach Schlammlawine

1:25 min, vom 2.4.2017

  • Bei Erdrutschen im Süden Kolumbiens sind mindestens 254 Menschen ums Leben gekommen.
  • Unter den Toten seien 60 Kinder, sagte Kolumbiens Präsident Santos.
  • Mehr als 400 Einwohner sind verletzt worden; über 200 Menschen werden noch vermisst.

Nach den schweren Überflutungen und Schlammlawinen in der südkolumbianischen Stadt Mocoa mit über 250 Toten hat Präsident Juan Manuel Santos einen raschen Wiederaufbau zugesichert. «Mocoa wird besser dastehen als zuvor», sagte Santos bei seinem Besuch im Katastrophengebiet.

Unter den 254 Toten seien 60 Kinder, erklärte Santos. «Leider handelt es sich immer noch um vorläufige Zahlen.» Der Präsident begab sich am Sonntag nach Mocoa, um die Rettungsmassnahmen und Aufräumarbeiten zu beaufsichtigen.

Mehrere Brücken zerstört

Wie Retter berichteten, wurden Leichen sogar von Bäumen geborgen; die Wasser- und Schlammlawine in Mocoa sei bis zu vier Meter hoch gewesen. Die Strom- und Wasserversorgung waren weiterhin unterbrochen.

Karte Kolumbien

Bildlegende: Ganze Wohnviertel wurden in Mocoa unter Schlammmassen begraben. SRF

Santos versprach, eine neue Wasserleitung bauen zu lassen, die eine Trinkwasserversorgung für alle Bürger garantiere. Er dankte Chinas Präsidenten Xi Jinping für das Bereitstellen von einer Million Dollar an Soforthilfe. Mocoa liegt in der Nähe der Grenze zu Ecuador.

Sieben Brücken wurden durch die Katastrophe beschädigt, zwei wurden komplett weggerissen. In der Nacht auf Samstag hatte heftiger Regen drei Flüsse in der Stadt am Fuss der Anden zu reissenden Strömen anwachsen lassen - über Berghänge schossen Wasser- und Schlammmassen in die Stadt hinein.

Angst vor Seuchen

17 der 40 Wohnviertel der 40'000-Einwohner-Stadt wurden beschädigt, hunderte Häuser mitgerissen oder unter Geröllmassen begraben. Zehn Tankwagen mit Trinkwasser wurden nach Mocoa geschickt, 16 weitere sollen folgen; die Strom- und Wasserversorgung ist zusammengebrochen.

Es wurden drei Krankenstationen eingerichtet, neben der Versorgung der Verletzten geht es darum, den Ausbruch von Seuchen in Mocoa zu verhindern, hiess es. Von insgesamt 200 Verletzten wurden knapp 70 in andere Städte transportiert. Insgesamt 500 Kilogramm an Medikamenten wurden nach Mocoa gebracht.

Santos betonte, beim Wiederaufbau sollten stabilere Häuser als bisher gebaut werden. Neben tausenden Helfern waren zehn Helikopter, sechs Flugzeuge, sieben Boote und 63 Fahrzeuge bei den Rettungsarbeiten im Einsatz. Aus dem Ausland kamen zahlreiche Beileidsbekundungen und Unterstützungsangebote. Papst Franziskus sagte in Rom, er bete für die Opfer und fühle mit den Angehörigen und den Rettern.