Von der Ein-Kind-Politik zur Zwei-Kind-Politik

Chinas berühmte Massnahme zur Minderung des Bevölkerungswachstums ist Geschichte. Familien dürfen ab 1. Januar zwei Kinder zur Welt bringen. Damit soll die Überalterung gebremst und der Mangel an Arbeitskräften ausgeglichen werden.

Familie mit einem Kind- Frau hält China-Flagge in der Hand

Bildlegende: Chinesische Kinder dürfen in Zukunft mit einem Geschwister aufwachsen, ohne dass die Familie dafür bestraft wird. Reuters

China hat offiziell seine umstrittene Ein-Kind-Politik beendet. Ein entsprechendes Gesetz wurde abgesegnet. Die im Oktober bekanntgegebene Entscheidung kann damit zum 1. Januar in Kraft treten, wie die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua meldete.

Allen verheirateten Paaren ist es künftig nun erlaubt, ein zweites Kind zu bekommen, für weitere Geburten gelten allerdings nach wie vor Beschränkungen.

Viel mehr Buben als Mädchen

Die Ein-Kind-Politik war Ende der 70er Jahre eingeführt worden, um das explosionsartige Bevölkerungswachstum zu bremsen und das Wirtschaftswachstum zu beleben. Die Bevölkerungsstatistik weist heute für die Volksrepublik 1,37 Milliarden Einwohner aus, nach Ansicht der Befürworter der Ein-Kind-Politik wären es sonst bereits 400 Millionen mehr.

Infolge der Ein-Kind-Politik verschob sich das Gleichgewicht zwischen den Geschlechtern: 2014 kamen knapp 116 neugeborene Jungen auf 100 Mädchen. Das hat damit zu tun, dass die Landbevölkerung das Recht auf ein zweites Kind erhielt, wenn das erste ein Mädchen war. Auch wurden weibliche Föten gezielt abgetrieben.

Lockerung soll Überalterung mildern

Die Ein-Kind-Politik in China galt nie für die gesamte Bevölkerung. Ausgenommen waren die 55 ethnischen Minderheiten. Vor zwei Jahren wurde die Ein-Kind-Politik gelockert. Von da an durften Paare zwei Kinder bekommen, wenn eines der Elternteile ein Einzelkind war.

Das schrittweise Einlenken zur Lockerung der Geburtenkontrolle soll der allmählichen Überalterung und dem Mangel an Arbeitskräften entgegenwirken. Kritikern zufolge kommt der Kurswechsel allerdings zu spät und geht nicht weit genug.