Berlusconi vs. Monti – «Grande spettacolo»

Im Februar stehen in Italien Wahlen an. Es bleibt nicht mehr viel Zeit, um Wähler zu gewinnen. So tut etwa Silvio Berlusconi, was er immer tat: austeilen. Sein Konkurrent, der sonst diplomatische Mario Monti, stimmt beim schlechten Ton mit ein. Das zeigt, unter welchem Druck Italiens Politik steht.

Die neuste Umfrage zu den Parlamentswahlen in Italien zeigt: Silvio Berlusconi's Mitte-Rechts-Koalition legt markant zu. So sehr, dass es auch bei einem Sieg des Mitte-Links-Bündnisses nicht mehr möglich sein wird, in Italien eine stabile Regierung zu bilden.

Italiens Politiker werden deshalb nervös. Der Ton wird schärfer, auch von denen, die sich sonst eher in Diplomatie üben. In den Ring gestiegen ist nun auch Premier Mario Monti. Sein Faustschlag war noch nie so hart: Berlusconi sei ein Rattenfänger, der die Italiener schon dreimal mit tieferen Steuern angelockt und ausgetrickst habe.

Mario MOnti (unten) und Silvio Berlusconi bei Fernsehauftritten. (reuters)

Bildlegende: Berlusconi und Monti: Ersterer sagt, Monti sei ein Bluffer. Letzterer beschimpft Berlusconi als Volksverführer. Reuters

«Die Opfer, die die Italiener im letzten Jahr erbracht haben, könnten binnen vier Monaten verschwendet werden, wenn ein alter, neu belebter Illusionist an die Macht kommt.» Der alte Illusionist ist in Montis Augen Berlusconi.

Und auch der «Cavaliere» nutzt seine Auftritte im Fernsehen für Seitenhiebe: «Monti ist ein Bluffer – eine grosse Enttäuschung. Wir haben alle gehofft, dass dieser Mann etwas Besseres zustande bringt, aber nein, er will sogar meine Pfeife versteuern.»