Die üblichen Verdächtigen auf dem Schleudersitz

Wer in Italien Ministerpräsident wird, ist bald schon wieder weg. Die Halbwertszeit in diesem Job auf Zeit beträgt meist nur einige Monate. Die Geschichte zeigt aber: Ein Ex-Regierungschef hat überdurchschnittlich gute Chancen auf ein Comeback.

Normalerweise beträgt die Amtszeit eines Ministerpräsidenten mehrere Jahre. In Italien ist das höchst selten. Massimo D'Alema war vom 22. Dezember 1999 bis zum 25. April 2000 nur gerade vier Monate im Amt. Silvio Berlusconi brachte es während seiner ersten Amtszeit vom 10. Mai 1994 bis zum 17. Januar 1995 auf acht Monate.

Berlusconis zweite Amtszeit mit fast vier Jahren Dauer ist dagegen ein Rekord: Seit dem 2. Weltkrieg hat es niemand so lange ausgehalten wie der Cavaliere. Seine zweite und dritte Amtszeit dauerten zusammen sogar beinahe fünf Jahre.

Wiederkehrendes Personal

Neben der üblicherweise kurzen Dauer ist die Rückkehr von Regierungschefs ein weiteres Merkmal von Italiens Politsystem. Berlusconi hat bisher vier Amtszeiten absolviert. Auch Mario Monti tritt am 24./25. Februar an, um als Bisheriger für eine weitere Amtszeit gewählt zu werden. In den letzten 20 Jahren waren bisher Romano Prodi, Giuliano Amato und Massimo D'Alema je zweimal Regierungschef.