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Italiens neue Regierung Italien-Wahl: Börsen rasseln ins Minus

Katerstimmung an den Finanzmärkten nach den Wahlen in Italien: An den Börsen rund um den Globus sackten die Aktienkurse ab, der Euro schwächelte. Flammt die Euro-Krise neu auf?

Legende: Video Brüssel reibt sich die Augen abspielen. Laufzeit 1:54 Minuten.
Aus Tagesschau vom 26.02.2013.

Nach der Schicksalswahl in Italien wächst eine Sorge: Die Euro-Schuldenkrise könnte wieder aufflammen. Die drohende politische Blockade in Rom schickte am Dienstag die Aktienkurse weltweit in den Keller.

Schon fast panisch warfen Anleger vor allem italienische Aktien und Anleihen aus ihren Depots. Der Leitindex der Mailander Börse sackte um fast 4,9 Prozent ab. In deren Sog rauschten auch spanische Wertpapiere in die Tiefe.

Der Index EuroStoxx50, auf dem die grossen Unternehmen aus der Euro-Zone
gelistet sind, beendete den Tag mit einem Abschlag von 3,1 Prozent. Der Schweizer Aktienmarkt bekam die Unsicherheit ebenfalls zu spüren: Der Leitindex SMI verzeichnete mit 1,9 Prozent den grössten Verlust seit über einem Jahr.

Flucht in Gold

Anleger flüchteten in deutsche Staatsanleihen oder in Gold. Die Rendite zehnjähriger Bundesanleihen sank. Der Goldpreis stieg um etwa ein halbes Prozent auf gut 1600 Dollar. Der Euro konnte sich kaum von den Verlusten des Vortages erholen. Die Ölpreise bröckelten.

Italien droht ein politischer Stillstand, weil es für die Verantwortlichen kompliziert wird, eine Regierung zu bilden. Keines der politischen Lager hat in beiden Parlamentskammern eine ausreichende Mehrheit. Italien ist hoch verschuldet, steckt tief in der Rezession. Reformen müssten dringend angegangen werden. Die Folgen für den Euro sind nicht absehbar.

«Berlusconi hat wohl das politische Comeback des Jahrhunderts geschafft – oder kann zumindest eine Hängepartie erzwingen», sagte ein Händler von Gekko Markets. Beides sei Gift für die Aktienmärkte. Italien gilt als wichtiger Dominostein in Sachen Euro-Rettung. Das Land ist die drittstärkste Volkswirtschaft in der Euro-Zone.

In den kommenden Tagen wird in Italien entschieden, ob die Eurozone Zukunft hat.

Legende: Video Italienisches Wahlresultat beunruhigt Märkte abspielen. Laufzeit 0:49 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 26.02.2013.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von h. anni, zürich
    Eines muss man dem Cavaliere lassen, er versteht es, nicht nur das Volk zu manipulieren, sondern - falls man sich in seine Gedankengänge hineinversetzen kann - auch die Devisen- und Aktienmärkte. Seine Rechnung ist bestimmt aufgegangen und da wurden wieder er und ein paar Leute um einige Milliönchen reicher. Hat sich natürlich nur rentiert, wenn man mit Riesenbeträgen eingestiegen ist. No risk, no fun.
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    1. Antwort von franz schleiniger, montecatini/italien
      Warum sprechen Sie nur von Berlusconi? Da gibt es noch die Familien Agnelli (Fiat), De Benedetti, Della Valle, Beneton, usw. In Tat und Wahrheit ist es aber so, dass die Börse solche Ereignisse nur als Argument nimmt und einfach schamlos spekuliert wird. Alle regen sich auf über das Bankenverhalten, hacken aber auf Politiker rum, einfach weil man da die Namen kennt. ( Jeder hat ja "seine" Hausbank, aber keinen Hauspolitiker)
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    2. Antwort von h. anni, zürich
      Ich sagte ja, UND ein paar Leute (damit meine ich inklusive ihren erwähnten Kuchen). Und es spekulieren nicht nur die Banken, sondern deren Kunden ebenso und dazu gehören nun mal obenerwähnte Milliardäre, ob nun Politiker oder nicht. Und nein, ich rege mich nicht über das Bankenverhalten auf, denn ich bin der Meinung, dass die Kunden schuld sind an deren Debakel. Ausserdem hätte ich Berlusconi (mangels Alternativen) gewählt, würde ich in Italien wohnen und ganz sicher nicht die Linken Tr...
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