Wasserwerfer und Schrot gegen Kairoer Demonstranten

Nachdem der Prozess gegen den ehemaligen ägyptischen Machthaber Mubarak geplatzt ist, reagierte die Bevölkerung mit grossen Demonstrationen. Die Polizei und die Armee gingen dagegen vor – mit Wasserwerfern, Tränengas und sogar Schrotmunition. Zwei Menschen starben, mehrere wurden verletzt.

Nach Bekanntwerden der Aufhebung des Prozesses gegen den ehemaligen ägyptischen Machthaber Hosni Mubarak durch das Strafgericht in Kairo kam es in der Hauptstadt zu Zusammenstössen zwischen Demonstranten und der Polizei. Zwei Menschen seien dabei getötet worden. Es sollen mindestens neun Verletzte geben, berichtete ein Sprecher des Gesundheitsministeriums.

Die Polizei setzte am Samstagabend Tränengas und Wasserwerfer gegen die auf dem Tahrir-Platz versammelten Demonstranten ein. Diese riefen in Sprechchören: «Der Mörder freigesprochen, das Blut unserer Brüder ist nicht umsonst geflossen» und «Das Volk fordert den Sturz des Regimes». Laut ägyptischen Medien wurde mit Schrotmunition auf die Menge geschossen.

Tahrir mit Stacheldraht abgeriegelt

Der Tahrir-Platz im Stadtzentrum wurde von Sicherheitskräften mit Stacheldraht abgeriegelt. Die Armee brachte Panzer in Stellung. Rund 85 Menschen wurden laut einer ägyptischen Nachrichtenseite unter Berufung auf den Kairoer Polizeichef festgenommen. Unweit des Ägyptischen Museums versuchten Sicherheitskräfte, rund 3000 Demonstranten auseinanderzutreiben, nachdem offenbar Steine geflogen waren.

Gut drei Jahre nach dem Tod von Hunderten von Demonstranten hatte ein ägyptisches Gericht das Verfahren gegen Ex-Präsident Hosni Mubarak eingestellt. Damit entgeht der 86-Jährige einem Schuldspruch. Ihm war vorgeworfen worden, am Tod von rund 800 Demonstranten verantwortlich zu sein. Auch sein damaliger Innenminister Habib al-Adli, seine Söhne Gamal und Alaa sowie führende Sicherheitsoffiziere wurde entlastet.