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International Wer sind die Bombenleger von Boston?

Die Namen der mutmasslichen Bombenleger von Boston sind bekannt. Nun gibt es unterschiedliche Angaben über die Herkunft und den Lebenslauf der beiden Brüder. Gemäss einem Onkel sind die Brüder Tschetschenen und muslimischen Glaubens.

Legende: Video Wer sind die Verdächtigen? abspielen. Laufzeit 2:11 Minuten.
Aus 10vor10 vom 19.04.2013.

Die Ereignisse in Boston überschlagen sich: Ein Verdächtiger ist tot. Ein zweiter befindet sich offenbar auf der Flucht. Der 19jährige und der getötete 26jährige sollen gemeinsam in Cambridge, ausserhalb von Boston, gelebt haben.

Aufgewachsen in Kirgistan

Russischen Medien zufolge soll zumindest der ältere Bruder in Tschetschenien geboren worden sein. Von dort floh seine Familie nach Zentralasien, erst offenbar nach Kasachstan, dann nach Kirgistan. Dort kam offenbar der jüngere Bruder zur Welt. Mit ihren Eltern zogen sie gegen 2001 nach Dagestan. Die Regionen sind islamisch geprägte russische Teilrepubliken.

Gemäss einem ihrem Onkel, Alvi Tsarni, der in einem Vorort von Washington lebt, seien die Brüder in Kirgistan aufgewachsen.

Legende: Video Interview mit Onkel der mutmasslichen Täter (englisch) abspielen. Laufzeit 0:55 Minuten.
Aus News-Clip vom 19.04.2013.

Ein anderer Onkel, Ruslan Tsarni, sagte gegenüber Medien, dass die Familie ursprünglich aus Tschetschenien stamme. Er sei Tschetschene, genau wie seine Neffen, und Muslim. «Aber das hat alles nichts mit Religion zu tun.» Jemand habe die beiden Jungen radikalisiert, «aber es war nicht mein Bruder».

In Dagestan bestätigte der Direktor einer Schule in Machatschkala, dass er die Brüder aus ihrer kurzen Zeit dort kenne. Die Flüchtlingsfamilie habe 2002 die Region verlassen, sagte der Direktor der Agentur Interfax. Im gleichen Jahr soll sie dann in die Vereinigten Staaten ausgewandert sein.

Bilder der Brüder.
Legende: Der 26jährige (rechts) ist nach einer Verfolgungsjagd getötet worden. Sein 19jähriger Bruder ist noch auf der Flucht. Keystone

Der Vater der Verdächtigen sagte gegenüber Medien, dass sein jüngerer Sohn im zweiten Semester Medizin studiere. Der Verdächtige erhielt laut einer lokalen Website im Jahr 2011 ein Stipendium über 2500 Dollar für sein Studium.

Aktiv in Social-Media-Portalen

Der Ältere der beiden Brüder soll das Bunkerhill Community College besucht haben; offenbar wollte er Ingenieur werden. CNN zufolge hatte er zuletzt ein Jahr frei genommen, um Boxen zu trainieren. Auf seiner Internetseite soll er geschrieben haben, er habe «nicht einen einzigen amerikanischen Freund».

Sein jüngerer Bruder, der noch auf der Flucht ist, pflegte offenbar bis zuletzt sein Profil in der russischen Facebook-Variante vk.com. Den Angaben auf der Seite zufolge ging Dzhokhar tatsächlich in Machatschkala zur Schule, der Hauptstadt Dagestans. Unter «Weltanschauung» hat er auf seiner Seite «Islam» angeklickt. Ziele gemäss dem Profil: Karriere und Geld.

Die Motive des Anschlags sind weiterhin unklar.

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6 Kommentare

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  • Kommentar von Hans Klein, Bern
    Also wieder: "Science makes you fly to the moon – religion makes you fly into buildings." – oder so ähnlich: "Damit gute Menschen Gutes tun, braucht es nichts Zusätzliches; aber damit gute Menschen Böses tun, dafür braucht man Religion." … wobei ich damit diese Verbrecher nicht als "gute" Menschen bezeichnet haben möchte: Bei bösen Menschen wie ihnen, denen anscheinend in den USA nie jemand etwas getan hat, sondern die dort (von ihren Mitmenschen) alle Chancen bekamen, geht das noch leichter.
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    2. Teil: Obwohl die Russen seit der Auflösung der Sowjetunion in der Russischen Föderativen Republik fast achtzig Prozent stellen, könnten sie es sich in der heutigen Zeit nicht leisten, die mehr als hundert anderen Völker so zu unterdrücken, wie das vor allem Tschetschenen behaupten - unter dem "Beifall" vieler westlicher Journalisten, die sich von ihnen genauso wie von Paliwood blenden lassen. Wäre es wirklich so schlimm, hätte es schon längst noch andere Aufstände gegeben.
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  • Kommentar von Juha Stump, Zürich
    Ein "Spinner" ist nicht fähig, solche Bomben zu bauen. Ich habe von Anfang an gedacht, dass dieser Anschlag die Handschrift der "Freiheitskämpfer" von Tschetscheniwood trägt. Jawohl, die Welt wird nicht nur mit Lügenmärchen aus Paliwood eingedeckt, sondern auch aus dieser Weltregion - mit dem Unterschied, dass eine islamistische Kampftruppe sowohl Tschetschenien als auch Dagestan zu "Kalifaten" umwandeln will. Diesem Endziel wird alles ohne Rücksicht auf Verluste untergeordnet.
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