Wieder bessere Zeiten für USA-Reisende

Nach der Einigung im Budgetstreit der USA kehren am Donnerstag Hunderttausende von Angestellten der Verwaltung wieder an ihre Arbeitsplätze zurück. Für die Touristen sind Nationalparks und Museen wieder uneingeschränkt offen.

Der doch noch abgewendete Staatsbankrott der USA bedeutet auch das Ende des Verwaltungsstillstands (Shutdown). Aufatmen können deshalb nicht nur die Finanzmärkte, sondern auch viele Staatsangestellte.

Hunderttausende von ihnen müssen nicht mehr um ihren Lohn bangen und dürfen aus den Zwangsferien wieder an ihre Arbeitsplätze in der Verwaltung, in Museen oder in den Nationalparks zurückkehren. Und auch Präsident Barack Obama erhält viele seiner Mitarbeiter zurück.

Wie Beat Soltermann, USA-Korrespondenten von SRF, berichtet, sollen die Beamten für die ausgefallenen Arbeitstage entschädigt werden. Das Repräsentantenhaus habe dies schon beschlossen. Der Senat werde dem wohl auch zustimmen. Damit sei der Shutdown auch ökonomisch ein Unsinn gewesen.

Checkliste für die Arbeitsaufnahme

George Washingtons Gesicht aus Stein am Mount Rushmore

Bildlegende: Die Nationalparks wie Mount Rushmore in den USA bleiben geöffnet oder könne ihren Betrieb wieder aufnehmen. Keystone

Die seit 1. Oktober weitgehend lahmgelegte Verwaltung soll ihre Arbeit schon am Donnerstag wieder aufnehmen. Das Innenministerium in Washington bereitete die beurlaubten Staatsangestellten auf seiner Internetseite noch in der Nacht auf die Rückkehr an den Arbeitsplatz vor. Später schaltete es auch Richtlinien für die Wiederaufnahme der Arbeit auf mit Hinweisen, was als erstes zu tun sei.

Die Touristen freut's

Eine gute Nachricht ist die Einigung von Washington in letzter Minute auch für die Touristen, welche die USA bereisen. Sie dürfen nun damit rechnen, wieder ihre geplanten Reiseziele ansteuern zu können. Seien das Museen, Nationalparks oder die Freiheitsstatue in New York.

Amerikas bekanntestes Wahrzeichen sollte am Donnerstag geschlossen werden, wollte aber am Wochenende wieder aufmachen. Der Staat New York hatte versprochen, die Kosten für das staatlich entlöhnte Aufsichtspersonal zu übernehmen. Nun kann er sich diese Kosten sparen.

Die Nationalparks in den USA als beliebte Reiseziele für Touristen hatten bis am frühen Donnerstagnachmittag noch nicht auf die neuste Entwicklung reagiert. Auf ihrer Internetseite hiess es noch immer, die Parks seien abgesehen von wenigen Ausnahmen wie etwa Arches oder Grand Canyon Nationalpark geschlossen. Auch die Internetseite werde wegen des Shutdwons nicht unterhalten.

Grand Canyon kann offen bleiben

Der Grand Canyon hätte gemäss den Angaben auf der Parksite am Freitag geschlossen werden sollen. Der weltberühmte Park war seit dem 12. Oktober provisorisch wieder offen. Der Staat Arizona hatte dafür 651'000 Dollar bezahlt.

Seit letztem Montag waren auch die in den Fels gehauenen Präsidentenköpfe am Mount Rushmore vorübergehend wieder zugänglich. Geschlossen blieb bisher dagegen unter anderen die legendäre Gefängnisinsel Alcatraz vor San Francisco.

Nach Angaben von CNN besuchen im Durchschnitt täglich 715'000 Menschen die Nationalparks der USA. Entsprechend wichtig sind sie für den Tourismus, vor allem aber für die lokale Wirtschaft. Wie gross der finanzielle Schaden für die US-Tourismusindustrie ist, lässt sich laut Soltermann nur schwer abschätzen.

Schweizer Reisende zeigen Verständnis

Für Schweizer Reisebüros und -veranstalter bedeutete der Shutdown keinen grossen Zusatzaufwand. Sie halfen betroffenen Kunden zum Beispiel, Ersatzunterkünfte ausserhalb der Nationalparks zu finden. Wie die Sprecherin von Hotelplan Suisse sagt, erhielten die Reisenden nicht bezogene Leistungen wie Übernachtungen oder Eintrittstickets für geschlossene Attraktionen zurückerstattet.

Betroffen seien allerdings nur 50 Hotelplan-Kunden gewesen, die in den letzten beiden Wochen eine Unterkunft in einem Nationalpark gebucht hatten. Annullationen wegen des Shutdowns habe es keine gegeben. Bei Kuoni mussten lediglich 70 Kunden ihre Reisepläne ändern. Das hängt mit der Jahreszeit zusammen, die Nationalparks sind vor allem im Sommer gut besucht.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Aufgeschoben statt aufgehoben

    Aus Tagesschau vom 17.10.2013

    Der Budget-Streit in den USA ist noch nicht ganz ausgestanden – eher aufgeschoben. Bereits im Januar könnte der Konflikt in die nächste Runde gehen. Gemäss Schätzungen der Rating-Agentur Standard and Poors hat der Haushaltsstreit die amerikanische Wirtschaft 24 Milliarden Dollar gekostet.

  • Beat Soltermann.

    Beat Soltermann, USA-Korrespondent in Washington

    Aus Rendez-vous vom 17.10.2013

    Anderthalb Stunden vor dem Staatsbankrott hat die Politik in den USA einen Kompromiss gefunden. Dieser löst zwar nicht die Schuldenprobleme, bringt aber immerhin einen zeitlichen Aufschub bis Anfang nächsten Jahres.

    Beat Soltermann, USA-Korrespondent von SRF in Washington ist Gast von Urs Siegrist.