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Wirtschaftsnobelpreis Verhaltensökonom Richard Thaler geehrt

Legende: Video Wirtschaftsnobelpreis für Verhaltensforscher abspielen. Laufzeit 1:22 Minuten.
Aus Tagesschau vom 09.10.2017.
  • Der Nobelpreis für Wirtschaft geht dieses Jahr an Richard Thaler. Er lehrt derzeit in Chicago.
  • Er wird für seine Überlegungen ausgezeichnet, wonach Menschen wirtschaftliche Entscheide nicht bloss aus rein rationalen Überlegungen fällen.
  • Der Nobelpreis wird seit 1901 vergeben, der Alfred-Nobel-Gedächtnispreis für Wirtschaftswissenschaften seit 1969.

Der US-Verhaltensökonomen Thaler wurde für seine Beiträge zur Verhaltensökonomie mit dem Wirtschaftsnobelpreis geehrt. Dabei geht es etwa um psychologische Faktoren, die hinter wirtschaftlichen Entscheidungen stehen.

Der Verhaltensökonom habe gezeigt, dass begrenzte Rationalität, soziale Präferenzen und ein Mangel an Selbstbeherrschung systematisch Entscheidungen und Marktergebnisse beeinflussten, hiess es in der Begründung für die Auszeichnung.

Brücke zwischen Wirtschaft und Psychologie

Thalers Arbeit habe eine Brücke geschlagen zwischen den wirtschaftlichen und psychologischen Analysen der Entscheidungsprozesse von Individuen, teilte die Königlich-Schwedische Akademie der Wissenschaften mit.

«Seine empirischen Befunde und theoretischen Einsichten waren massgeblich für die Schaffung des neuen und schnell wachsenden Gebiets der Verhaltensökonomie, die einen tiefgehenden Einfluss auf viele Bereiche der wirtschaftlichen Forschung und Politik gehabt hat.» Thaler arbeitet an der University of Chicago.

Mangelnde Selbstdisziplin

Der Wissenschaftler entwickelte unter anderem die Theorie zur «geistigen Buchhaltung» und erklärte, wie Menschen in Gedanken finanzielle Entscheidungen vereinfachen. Er zeigte zudem, warum man Dinge oft als wertvoller betrachtet, wenn man sie selbst besitzt.

Auch nahm sich der im US-Bundesstaat New Jersey geborene Ökonom Neujahrs-Vorsätze vor. Dabei untersuchte er, warum diese oft zum Scheitern verurteilt sind. Die gleiche mangelnde Selbstdisziplin mache es vielen Menschen schwierig, für das Alter zu sparen, fand er ausserdem heraus.

Kein klassischer Nobelpreis

Die mit umgerechnet rund 1'000'000 Schweizer Franken dotierte Auszeichnung geht nicht auf das Testament des Erfinders Alfred Nobel zurück. Sie gilt daher nicht als klassischer Nobelpreis. Verliehen wird der Wirtschafts-Preis trotzdem gemeinsam mit den traditionellen Kategorien Medizin, Physik, Chemie, Literatur und Frieden am 10. Dezember – dem Todestag des Preisstifters.

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7 Kommentare

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  • Kommentar von H. Wach (H. Wach)
    Schon in den 1960er Jahren entnahm man aus dem damaligen Recherchier- u. Investigations-Journalismus , dass die bestbezahlten Wissenschaftler, Verhaltensforscher, Psychologen, Soziologen in der Konsum-/Dienstleistungs-Wirtschaft beschäftigt sind u. nicht auf der Seite der Verbraucher stehen. Stichworte: Die Wirtschaft will nur das Beste - unser Geld. Oder: Der beste Verkäufer ist der, der nicht nur die Kuckucksuhr verkauft, sondern auch das Vogelfutter. R.Thaler’s Salär steigt nun deutlich an.
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  • Kommentar von Fabian Sarbach (F. Sarbach)
    Der sogenannte "Wirtschaftsnobelpreis" wurde von der schwedischen Reichsbank gestiftet und geht nicht auf Nobel zurück. Nobel selbst und auch seine Nachfahren haben sich zeitlebens kritisch gegenüber den Wirtschaftswissenschaften geäussert und einen solchen Preis abgelehnt. Ich finde das sollte hier deutlich gesagt werden. Der Ausrdruck "Wirtschaftsnobelpreis" sollte hier nicht gebraucht werden.
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    1. Antwort von Christa Wüstner (Saleve2)
      Es ist kein Nobelpreis und betrifft auch nicht die Hinterlassenschaft von Nobel. Aber die Frage, wer wählt den Preisträger aus, macht das auch die schwedische Reichsbank die den Preis stiftet.?
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  • Kommentar von Marcel Chauvet (xyzz)
    Da werden mit großartigem Gehabe wie vom Sitz der 12 Götter des Olymp Beurteilungen abgegeben, wo ich mich frage, welche positive Wirkung diese so dekorierten, für mich wirklichkeitsfremd erscheinenden "Forschungs"ergebnisse im Wirtschaftsleben nun real entfaltet haben.
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