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International WWF Schweiz: «Ausstieg aus dem fossilen Zeitalter beschlossen»

Das beschlossene globale Klima-Abkommen erntet mehrheitlich Lob von Umweltorganisationen. Insbesondere das Fernziel von einer Erderwärmung von höchstens 1,5 Grad wird positiv bewertet. WWF Schweiz betont aber auch den Punkt, dass noch in diesem Jahrhundert die CO2-Emissionen auf null sinken müssen.

Schläfrige Karikaturen von Obama, Jinping und Hollande bei einem Protest in Paris.
Legende: Offenbar sind sie doch aufgewacht: Schläfrige Karikaturen von Obama, Jinping und Hollande bei einem Protest in Paris. Keystone

Dieses Langzeitziel sei ein «starkes Signal», sagte Samantha Smith vom WWF in Paris. Die Regierungen hätten das Problem erkannt und ernst genommen. Jetzt liege alles an der Umsetzung.

Im Schlusstext ist das zu erreichende Langzeitziel eine Erwärmung der Welt unter zwei Grad. Die Bemühungen sollten aber fortgesetzt werden, um den Anstieg auf 1,5 Grad begrenzen zu können, heisst es in dem Text.

Obwohl die fossilen Energieträger, deren Verbrennung hauptsächlich zur Erwärmung der Erde führen, nicht explizit im Text erwähnt sind, zeigte sich Kumi Naidoo von Greenpeace zufrieden. Das Ziel, dass in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts die Treibhausgasemissionen auf null gesenkt werden sollten, bedeute nichts anderes, als keine fossile Energie mehr ab 2050.

Auch Tim Gore von Oxfam sprach bei der Erwähnung des 1,5-Grad-Ziels von einem «wichtigen, moralischen Sieg». Dagegen zeigte er sich enttäuscht über die Handhabung der Klimafinanzierung, also die Unterstützung für die direkt betroffenen Länder. Es sei kein Rhythmus vorgesehen für eine Erneuerung und Verbesserung.

WWF Schweiz: «Ausstieg aus dem fossilen Zeitalter beschlossen»

«Es ist erstmalig, dass alle Länder in die Pflicht genommen werden, den Klimawandel zu bekämpfen», fasst Patrick Hofstetter, Leiter Energie und Klima bei WWF Schweiz, den Beschluss der Staatengemeinschaft zusammen.

Legende: Video «Einschätzungen von Patrick Hofstetter, WWF Schweiz» abspielen. Laufzeit 0:44 Minuten.
Vom 12.12.2015.

Nebst dem zentralen Punkt, die Erderwärmung unter zwei Grad zu halten, lobt Hofstetter insbesondere den Beschluss, dass die CO2-Emissionen noch in diesem Jahrhundert auf null sinken müssen. «Der Ausstieg aus dem fossilen Zeitalter wurde heute beschlossen», fasst Hofstetter letztere Vorgabe zusammen.

Nun stünden die einzelnen Staaten in der Verantwortung: Sie bestimmten ihre Klimaziele und die Massnahmen, mit denen sich diese Ziele erreichen liessen. Für Patrick Hofstetter bleiben insbesondere, folgende, «wichtige Details» offen: Welches Land wieviel Beitrag zur Reduktion der Emission leisten muss, aber auch wieviel ein Land beitragen muss, um den ärmsten Ländern bei der Umsetzung der Klimaziele zu helfen.

Legende: Video «Patrick Hofstetter, WWF Schweiz: Diese Fragen bleiben offen» abspielen. Laufzeit 0:19 Minuten.
Vom 12.12.2015.

Schweiz gefordert

An die Adresse der Schweiz forderte der WWF, den Tatbeweis zu erbringen. Die Schweiz habe in Paris zu Recht eine Klimapolitik gefordert, mit der die Welt unter 1,5 Grad Erwärmung bleiben könnte.

Die nächstes Jahr anstehenden Revisionen des CO2-Gesetzes müssten deshalb eine in der Schweiz zu erzielende CO2-Senkung um 60 Prozent bis 2030 enthalten. Das Reduktionsziel der Schweiz für Paris spricht von einer Senkung um 50 Prozent bis 2030, mindestens 30 Prozent im Inland, der Rest kann im Ausland erreicht werden.

18 Kommentare

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  • Kommentar von A Züger (zua)
    "Ausstieg aus fossilem Zeitalter" übertrifft wohl noch den "grosse Sprung nach vorne".in Mao's China vor 50 Jahren an Realitäts-fremder Ideologie. Führte Mao's "grosser Sprung" zu einem Rückschritt in vorindustrialisiertes Zeitalter und Hungersnöte, ist zu befürchten, dass der heutige "grosse Sprung nach vorne" zu massiver Deindustrialisierung und Verarmung in westl. Welt führen wird. Wieso nur in westl Welt? Weil alle andern sich einen Deut um solche "Klima-Abkommen" scheren werden.
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  • Kommentar von Jürg Baltensperger (Baltensperger)
    Wer heute ein neues Produkt namens "Auto" auf den Markt bringen wollte würde ausgelacht. Zu laut, zu gefährlich, zu dreckig, zu umweltschädlich, zu ineffizient, zu teuer und braucht zu viel Platz.
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  • Kommentar von Jürg Sand (Jürg Sand)
    Man muss schon etwas grinsen, wenn man bedenkt dass weder Solarpanels noch Windräder auf den Biobäumen wachsen und jährlich die Bevölkerung um satte 80 Millionen wächst.
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    1. Antwort von roland goetschi (pandabiss)
      Ja und weiter?
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    2. Antwort von Jürg Sand (Jürg Sand)
      Wie weiter? Ich schlage vor, die kontraproduktive Suventionenjagd namens "Energiewende" abzubrechen. Anstatt mit ungeheurem CO2-Ausstoss Alternativschrott zu produzieren, installieren, unterhalten, entsorgen und mit Gaskraftwerken am Leben zu erhalten, die vorhandenen AKW sukzessive zu erneuern, mit sichereren und leistungsfähigeren Anlagen zu ersetzen. Dann die Einwanderung zu begrenzen. Im Allgemeinen endlich das Thema Bevölkerungsexplosion zur Diskussion zu stellen. Ende der 500 Buchstaben!
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    3. Antwort von roland goetschi (pandabiss)
      Also Sie sagen man sollte die AKWs mit sicheren Anlagen ersetzen. Dann geben Sie also zu das die jetzigen nicht sicher sind? Desweiteren ist der abbau von Uran nicht gerade Umweltschonend. Installation, Betrieb, Unterhalt und entsorgung (Atommüll) sind mit Astronomischen Kosten verbunden. Und was hat die einwanderung mit dem Weltweiten C02 Ausstoss zu tun?
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    4. Antwort von Jürg Sand (Jürg Sand)
      Ja, lieber Goetschi, unsere AKW funktionieren schon seit bald 50 Jahren klaglos und tun es sicher weitere 20 Jahre. Dann gibt es noch sicherere und leistungsfähigere. Auch solche, die den bööösen "Abfall" verwerten. Vielleicht bricht bis dann ein Staudamm, was schon vorkam, mit tragischen Folgen.
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