Zehntausende Südamerikaner flüchten vor El Niño

Mehr als 100'000 Menschen aus der Grenzregion von Paraguay, Uruguay, Brasilien und Argentinien mussten wegen schwerer Überschwemmungen evakuiert werden. Grund sind heftige Regenfälle im Gefolge des Wetterphänomens El Niño. Und auch die USA werden von heftigen Stürmen heimgesucht.

Schwere Überschwemmungen haben das Weihnachtsfest in mehreren Ländern Südamerikas überschattet.

Besonders betroffen ist Paraguay

Am schlimmsten ist die Lage in Paraguay. Allein in der Hauptstadt Asuncion und Umgebung waren 125'000 Haushalte ohne Strom. Im ganzen Land mussten 130'000 Menschen ihre Häuser verlassen.

Rettungsteams waren nach Angaben der Behörden auf dem Weg zu Dutzenden eingeschlossenen Familien. Präsident Horacio Cartes verhängte den Notstand, um rasch zusätzliche Mittel für die betroffenen Regionen freizumachen.

Uruguay hatte bereits am Mittwoch über drei Regionen im Norden den Notstand verhängt. Betroffen sind zudem Regionen Argentiniens und Brasiliens.

Heftigster El Niño seit über 15 Jahren

«Die Überschwemmung wurde vom Wetterphänomen El Niño ausgelöst», sagte Fernando Traversa, Chef der Katastrophenhilfe Uruguays. «Wir wussten, dass er seine stärkste Wirkung gegen Ende des Frühjahrs oder Anfang des Sommers entfalten würde – aber wir wussten nicht, wie stark sie sein wird.» Die Wetterbehörde der Uno erklärte, dies sei der stärkste El Niño seit mehr als 15 Jahren.

Heftige Stürme in den USA

Heftige Stürme in den USA

Auch Nordamerika wird derzeit von heftigen Unwettern heimgesucht. In den Bundesstaaten Mississippi, Tennessee und Arkansas verloren bei Tornados seit Donnerstag insgesamt 17 Menschen ihr Leben. Für das Wochenende warnt der Nationale Wetterdienst vor weiteren heftigen Unwettern.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • «El Niño» sorgt für Wetterkapriolen

    Aus Tagesschau vom 25.12.2015

    Fast auf der ganzen Welt spielt das Wetter derzeit verrückt. Dafür mitverantwortlich ist das Klimaphänomen «El Niño» – zumindest in grossen Teilen der Welt. Das Phänomen tritt alle paar Jahre auf und hat im Winter seinen Höhepunkt.