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International Zika-Virus: WHO erklärt globalen Notstand

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat wegen des Zika-Virus den globalen Gesundheitsnotstand ausgerufen. Zu diesem Schritt habe eine Expertenrunde geraten, teilte die WHO in Genf mit. Zuletzt hatte die WHO im August 2014 wegen Ebola in Westafrika einen globalen Notstand erklärt.

Legende: Video Zika bedrängt WM-Organisatoren abspielen. Laufzeit 1:03 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 02.02.2016.

Die Weltgesundheitsorganisation hat wegen des Zika-Virus den weltweiten Gesundheitsnotstand ausgerufen. Damit kann die WHO auch Staaten ausserhalb des Seuchen-Gebiets auffordern, Massnahmen einzuleiten, die verhindern sollen, dass sich der Erreger ausbreitet.

Ein WHO-Beirat von medizinischen Experten hatte zuvor in einer Konferenzschaltung über die Massnahme beraten.

Mann besprüht Baum
Legende: Mit Mückenbekämpfung gegen das Zika-Virus: Ein Mann besprüht einen Baum. Reuters

Es gebe eine räumliche und zeitliche Verbindung zwischen dem Virus und dem Auftreten von Schädelfehlbildungen (Mikrozephalie), sagte die WHO-Direktorin Margaret Chan. Es fehle aber noch der wissenschaftliche Beweis. «Wir brauchen eine koordinierte internationale Antwort.» Das gelte nicht zuletzt für weitere Aufklärung.

Zuletzt hatte die WHO im August 2014 wegen Ebola in Westafrika einen globalen Notstand erklärt. Davor hatte die WHO die Schweinegrippe (2009) sowie die Verbreitung der Kinderlähmung (2014) als globalen Gesundheitsnotstand bezeichnet.

Zwei Fälle in der Schweiz

Das Virus wird von der Moskitoart Aedes aegypti übertragen. Es steht im Verdacht, bei einer Infektion von Schwangeren Schädelfehlbildungen bei Babys auszulösen. Die Kinder kommen mit einem zu kleinen Schädel auf die Welt (Mikrozephalie).

Das Zika-Virus breitet sich in Lateinamerika rasant aus. Inzwischen wurde das Virus auch in mehreren europäischen und nordamerikanischen Ländern diagnostiziert. In der Schweiz sind bisher laut Bundesamt für Gesundheit zwei Fälle von Reiserückkehrenden bekannt, die sich mit dem Virus angesteckt haben. Die Personen waren aus Haiti und Kolumbien zurückgekehrt.

Keine Behandlungsmethode

Das Zika-Virus wird durch Stiche der Tigermücken übertragen. Gemäss BAG-Angaben verläuft eine Infektion mit dem Zika-Virus in 80 Prozent der Fälle symptomlos.

In den übrigen 20 Prozent der Fälle können mittelschwere Symptome wie leichtes Fieber, Hautausschlag, Kopfschmerzen, Gelenk- und Muskelschmerzen auftreten. Manchmal kommt es zu einer nicht eitrigen Bindehautentzündung und seltener zu Erbrechen.

Bisher gibt es keine Behandlungsmethoden gegen die Krankheit. Laut WHO dauert die Entwicklung eines Impfstoffs mehr als ein Jahr. Bislang warnt die Organisation aber noch nicht vor Reisen in die betroffenen Gebiete, sondern rät lediglich, sich vor Mückenstichen zu schützen.

5 Kommentare

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  • Kommentar von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
    Erst, wenn es die ersten Malariafälle in der westlichen Welt gibt, wird ein wirksames Mittel dagegen entwickelt. Erst, wenn es die ersten Mikrozephalie-Fälle durch den Zika-Virus in der westlichen Welt gibt, wird eine wirksame Impfung dagegen entwickelt werden. Die weltweite Verbreitung dieser Krankheiten ist das Beste, was den Menschen aus den Ursprungsregionen dieser Krankheiten passieren kann.
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    1. Antwort von Kerzenmacher Boris (zombie1969)
      2) Es interessiert hier in Europa doch niemanden, wenn in Afrika jedes Jahr zig-tausende Kinder an Malaria sterben. Das Interesse wird erst steigen, wenn der Tod durch diese Krankheiten vor der eigenen Haustür ist. Böse? Ist auch so gemeint!
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  • Kommentar von Udo Gerschler (UG)
    Wenn nur halb so viel über die Schäden durch Monsanto aufgeklärt würde!
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  • Kommentar von Tina Müller (TinaMüller)
    Aus der Landwirtschaft ist hinlänglich bekannt, dass der grossflächige und intensive Einsatz von Pestiziden schwerwiegende Nebenwirkungen hat: In der Regel töten sie in einem ersten Rundgang die "Schädlinge" (die oft durchaus ihren Sinn haben) und leider auch eine sehr viel grössere Anzahl Nützlinge. Danach entwickeln sich Super-Schädlinge - gegen die nur noch gröberes Gift nützt. Wir bringen in unserer Kurzsichtigkeit alles um und greifen in die Nahrungskette ein. Die Ursachen liegen anderswo..
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