Zwei Tote nach Schiesserei in US-Kino

Ein Mann hat in einem Filmtheater im US-Bundesstaat Louisiana um sich geschossen. Zwei Besucher starben, mehrere wurden verletzt. Danach richtete sich der Schütze offenbar selbst. Die Tat weckt schmerzhafte Erinnerungen an den Amoklauf in einem Kino in Aurora vor drei Jahren.

Ein bewaffneter Angreifer hat am Donnerstagabend (Ortszeit) in einem Filmtheater im US-Bundesstaat Louisiana das Feuer eröffnet und zwei Besucher getötet. Neun Menschen wurden verletzt, einer von ihnen lebensgefährlich. Anschliessend habe der Täter Suizid begangen, teilte die Polizei mit.

Im «The Grand»-Kino in Lafayette lief gerade die Komödie «Trainwreck» mit Amy Schumer, als der Mann plötzlich mehrere Schüsse abgab und damit Chaos auslöste.

Um die 100 Besucher anwesend

Beim Täter soll es sich laut Polizei um einen 59-Jährigen handeln. Er habe wohl geplant, nach den Schüssen zu fliehen: Polizisten fanden demnach in seinem Hotelzimmer unter anderem Perücken und Brillengläser – wahrscheinlich wollte er sich verkleiden und tarnen. Sein Auto mit ausgewechseltem Nummernschild sei am Kinoausgang geparkt gewesen. Das Motiv blieb zunächst völlig unklar.

Polizisten stehen vor einem Kino.

Bildlegende: Polizisten sperren das Kino ab, in dem ein 59-Jähriger um sich geschossen hatte. Reuters

Wie es weiter hiess, war der Schütze bereits in der Vergangenheit mit dem Gesetz in Konflikt geraten. Einzelheiten blieben auch diesbezüglich zunächst unklar.

Der Täter war kurz nach Beginn des Film plötzlich aufgestanden und hatte wahllos zu schiessen begonnen. Im Saal seien etwa 100 Zuschauer gewesen. Eine 21-Jährige sei auf der Stelle tot gewesen, eine 33-Jährige im Krankenhaus gestorben. Insgesamt habe der Mann 13 Schüsse abgegeben.

Erinnerungen an Tat in Aurora

Der Vorfall erinnerte stark an den Amoklauf in einem Kino bei einem «Batman»-Film in Aurora im Bundesstaat Colorado im Juli 2012. Zwölf Menschen starben, Dutzende wurden verletzt. Wegen der Tat war der Schütze, James Holmes, vor wenigen Tagen in einem Mordprozess in Centennial schuldig gesprochen worden.

Drei Jahre nach dem Amoklauf droht dem 27-Jährigen damit die Todesstrafe. Die Geschworenen des zuständigen Gerichts bei Denver lehnten es vergangene Woche ab, ihn als psychisch krank und nicht schuldfähig anzusehen.

Obamas Verdruss über die Waffengewalt

Nur kurz vor der Tat in Lafayette hatte US-Präsident Barack Obama in einem BBC-Interview erneut die Waffengewalt in den USA beklagt. Er bedauerte, dass es ihm bislang nicht gelungen sei, schärfere Waffenkontrollgesetze durchzusetzen. Obama äusserte tiefe Frustration über den Gegenwind, den er erfahren habe.

Seit den Anschlägen vom 11. September 2001 seien weniger als hundert Amerikaner durch Terror ums Leben gekommen, Zehntausende dagegen durch übrige Waffengewalt.