600-jähriges Pilgerabzeichen in Zürich entdeckt

Pünktlich zur Vorweihnachtszeit sind Archäologen beim Zürcher Fraumünster der Heiligkeit auf der Spur. Sie haben einen spätmittelalterlichen Anstecker gefunden, der Kaiser Karl den Grossen zeigen soll.

Figur Karl der Grosse auf einem niederknieenden Pferd

Bildlegende: Das Pferd kniet nieder, wo Karl später das Grossmünster baut. Hochbaudepartement Stadt Zürich

Nach den Grabungen rund ums Zürcher Fraumünster haben Archäologen des Amts für Städtebau ein besonderes Fundstück identifiziert: ein rund 600 Jahre altes Abzeichen, das Karl den Grossen bei der Auffindung der Gräber der Zürcher Stadtheiligen Felix und Regula zeigt.

Ein unscheinbares korrodiertes Metallklümpchen gab sich nach Röntgenuntersuchung und einer Restaurierung als Gussfigur aus Buntmetall zu erkennen, schreibt das Hochbaudepartement der Stadt Zürich in einer Mitteilung. Die Figur sei wohl als Pilgerabzeichen ans Gewand gesteckt worden.

Rad ist sogar 700 Jahre alt

Neben dem Abzeichen stiessen die Archäologen auf dem Münsterhof auf einen weiteren interessanten Fund. Ein rostiger Erdklumpen erwies sich als das gezackte Rad eines gut 700 Jahre alten Radsporns.

Nach den Grabungen rund ums Fraumünster 2013/14 sind voraussichtlich bis Ende Februar auch die archäologischen Grabungen am Münsterhof abgeschlossen.

Karl der Grosse

Der Legende nach wurde der fränkische Kaiser Karl (747-814) von einem Hirsch zu den Gräbern der Stadtheiligen geführt, wo sein Pferd von selbst niederkniete. An dieser Stelle gründete der Herrscher, der im 13. Jahrhundert als Heiliger verehrt wurde, dann das Grossmünster.