Am Südpol entsteht die grösste Meeresschutzzone der Welt

In der Antarktis soll das grösste Meeresschutzgebiet der Erde entstehen. Dies haben 24 Staaten und die EU nach jahrelangen Verhandlungen vereinbart. Das Schutzgebiet im Rossmeer soll 1,55 Millionen Quadratkilometer umfassen.

Das neuste und grösste Meeresschutzgebiet der Welt wird 1,55 Millionen Quadratkilometer gross. Das entspricht über viermal der Fläche Deutschlands. Eine entsprechende Vereinbarung ist am Morgen in der australischen Stadt Hobart unterzeichnet worden.

In den meisten Teilen der Schutzzone im Rossmeer in der Antarktis soll die Fischerei verboten werden. Das haben die Delegationen von 24 Ländern und der Europäischen Union entschieden. Die Debatten dauerten fünf Jahre. Zuletzt hatte sich noch Russland gegen das Schutzgebiet gewehrt, weil es Nachteile für seine Fischereiflotte fürchtete.

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Meeresschutzgebiet in der Antarktis

1:31 min, aus Tagesschau am Mittag vom 28.10.2016

Nun hätten sich die Teilnehmerstaaten aber auf einen Kompromiss geeinigt, der den Schutz des Meeres, eine nachhaltige Fischerei und die Interessen der Forschung in ein Gleichgewicht bringe, sagte der neuseeländische Aussenminister Murray McCully.

Der südliche Ozean, in dem das Rossmeer liegt, ist von fundamentaler Bedeutung für das biologische Gleichgewicht in fast allen Meeren – und damit für die Ernährungssicherheit von Milliarden von Menschen.

Laut Experten stammen aus dem Gebiet rund drei Viertel aller Nährstoffe, von denen Tiere und Pflanzen in den Weltmeeren leben. Es stellt also den Anfang der Nahrungskette dar. Die Region ist noch immer kaum von Menschenhand berührt. Und das soll nun zumindest für 35 Jahre weiter so bleiben. Danach läuft das Abkommen aus.

Der südlichste Kontinent der Erde

Die Antarktis ist abgesehen von ein paar Dutzend Forschungsstationen ein unbewohnter Kontinent rund um den Südpol. Er ist fast vollständig von Eis bedeckt. Es ist die grösste Eismasse der Erde, teils mehr als 4000 Meter dick. Dort leben Pinguine und Robben. In den Wintermonaten von März bis September geht die Sonne nie auf, in den Sommermonaten nie unter. Die Antarktis ist etwas grösser als Europa und hat die kältesten Temperaturen der Welt: teils minus 90 Grad. Der internationale Antarktis-Vertrag von 1959 legt fest, dass der Kontinent von Wissenschaftlern verschiedener Nationen ausschliesslich zu friedlichen Zwecken genutzt werden kann.

Sendungsbeiträge zu diesem Artikel

  • Erstes Schweizer Polarforschungsinstitut

    Aus Tagesschau vom 18.4.2016

    Das Swiss Polar Institute ist ein interdisziplinäres Zentrum, das sich der Erforschung der Pole und anderer extremer Umweltbedingungen widmet. Das erste Projekt: eine internationale Expedition rund um die Antarktis. Initiant ist Frederik Paulsen, selbst Polarforscher und Kopf des Pharmaunternehmens Ferring. Ein Porträt.

  • Steffen Biersack – Polarexpeditionsleiter

    Aus Aeschbacher vom 25.2.2016

    jagte als Berliner Kriminalpolizist zuerst Verbrecher, ehe er sich entschloss, Geologie zu studieren. Heute bereist er während sechs Monaten im Jahr als Expeditionsleiter die polaren Gebiete der Erde und erklärt den Reisenden an Bord des Passagierschiffs Fram, welche Auswirkungen die Klimaerwärmung für die polaren Gebiete hat. Sei es in der Arktis oder Antarktis - jede Region hat ihren besonderen Reiz: Er liebt die Herzlichkeit der Grönländer, den Nervenkitzel, wenn er einem Eisbären auf Spitzbergen begegnet und vor allem fasziniert ihn die endlose Weite der Antarktis.

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