Bakterien verwandeln Steinwüsten in blühende Natur

Wo Gletscher verschwinden, bleiben karge Steinwüsten übrig. Bereits nach wenigen Jahren erobern verschiedenste Pflanzen und Tiere die scheinbar lebensfeindlichen Gebiete wieder. Wie, das hat nun ein Wissenschaftlerteam beim Urner Dammagletscher untersucht.

Pinke Blumen am Gletscher

Bildlegende: . SRF

Seit acht Jahren beobachtet ein Forscherteam der Eidgenössischen Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft (WSL), was mit der breiten, freigelegten Fläche unterhalb des Dammagletschers in den Urner Alpen passiert.

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Bodenforscher finden Mikroorganismen in Gletscher

1:57 min, aus Tagesschau vom 4.7.2015

Insgesamt 144 Bodenproben wurden entnommen. Wie diese nun zeigen, ist im Sand und Geröll weit mehr los, als die Forscher erwartet hätten. «Das spannendste war sicher, dass wir eine sehr hohe Artenvielfalt gefunden haben. 1000 bis 1300 verschiedene Mikroorganismen – also Bakterien, Pilze, Grünalgen», erklärte Beat Frey, Bodenökologe an der WSL, in der «Tagesschau».

Wie die Untersuchungen gezeigt haben, kommen die gefundenen Mikroorganismen mit den extremen Bedingungen des Gletschervorfelds gut zurecht: Sie widerstehen den starken Temperaturschwankungen von bis zu 40 Grad Celsius und sind resistent gegen die hohe UV-Strahlung.

So überziehen sie nach und nach die Steinwüste mit einem grünem Flaum oder vielmehr Rasen und reichern den Boden mit Nährstoffen an. Bereits nach wenigen Jahren erobern Pflanzen und Tiere die auf den ersten Blick lebensfeindlichen Steinwüsten zurück.