Berliner Mauer: Bagger statt Kunst

Die «East Side Gallery», ein bunt bemalter Teil der Berliner Mauer, muss einem Bauprojekt weichen. Trotz wochenlanger Proteste sind jetzt Bagger aufgefahren und entfernen Stücke des längsten noch erhaltenen Teils der historisch bedeutsamen Mauer.

Polizisten vor einer Lücke in der Berliner Mauer.

Bildlegende: 250 Polizisten bewachen die Abrissarbeiten an der «East Side Gallery». Reuters

Die «East Side Gallery» ist mit 1,3 Kilometer das längste noch stehende Stück der Berliner Mauer. Künstler hatten nach dem Mauerfall dort am Ufer der Spree farbige Werke hinterlassen. Sie waren ein Magnet für Touristen aus aller Welt.

Seit Anfang März schwelt ein Streit um das Mauerstück. Ein Investor will auf dem früheren Todesstreifen ein Hochhaus mit Wohnungen errichten. Damit die Baufahrzeuge besseren Zugang erhalten, wurden anfangs Monat erste Segmente aus der Mauer herausgetrennt.

Dies hatte massive Proteste ausgelöst. Tausende Menschen demonstrierten, auch Sänger David Hasselhoff kam extra nach Berlin.

Abriss fortgesetzt statt Gespräch gesucht

Ein Treffen beim Bürgermeister Klaus Wowereit verlief offenbar ergebnislos. Am Mittwoch fuhren um fünf Uhr morgens erneut die Bagger vor. Sie vergrösserten die bereits gerissene Lücke auf etwa sechs Meter.

250 Polizisten waren sicherheitshalber im Einsatz. Es waren aber zunächst nur wenige Demonstranten an der bemalten Mauer.