Big-Mac-Notstand in Ostasien

In China zieht der neueste Lebensmittelskandal um vergammeltes Fleisch immer weitere Kreise. Eine Folge davon ist, dass es gegenwärtig in vielen der landesweit über 2000 Filialen von McDonald's keine Hamburger zu kaufen gibt.

Ein BigMac in Grossaufnahme.

Bildlegende: Für chinesische Hamburger-Fans muss das Bild vorerst genügen... Keystone

Seit dem Wochenende machen immer wieder viele Chinesen grosse Augen und sind enttäuscht, wenn sie bei McDonald's essen gehen wollen. Denn Big Macs oder Chicken Nuggets gibt es dort im Moment nicht zu kaufen. Stattdessen gibt es ein Schild, auf dem die Fastfood-Kette ihr Bedauern darüber ausdrückt, im Moment nur ein beschränktes Menü anbieten zu können.

Nur noch Fish-Burger bei McDonald's

Das Angebot ist häufig sogar sehr beschränkt: In manchen Filialen gibt es wenigstens Fish-Burger, andernorts nur Pommes Frites, Eis und Softdrinks. Grund dafür ist, dass vergangene Woche in Shanghai die Grossfleischerei Husi den Betrieb einstellen musste. Ein Fernsehsender hatte aufgedeckt, dass man dort systematisch riesige Mengen Hühnerfleisch, welches sein Verbrauchsdatum überschritten hatte, mit Frischfleisch vermischte.

Ganz Ostasien betroffen

Husi ist die chinesische Tochter des amerikanischen OSI-Konzerns, einem der weltweit grössten Fleischverarbeiter. Bisher war Husi der Hauptlieferant für Hühner-, Schweine- und Rindfleisch nicht nur für die Ableger von McDonald's in China, sondern auch für die Konkurrenz der YUM-Gruppe, zu der Kentucky Fried Chicken (KFC) und Pizza Hut gehören. Überdies belieferte Husi auch die Töchter dieser Schnellimbiss-Anbieter in Japan und Hongkong.

Die Schliessung des Betriebes bewirkt deshalb eine massive Störung der Versorgungskette der Fastfood-Industrie in grossen Teilen Ostasiens. Laut Angaben von McDonald's und KFC dürfte es mindestens Mitte August werden, bis wieder flächendeckend Big Macs und Chicken Nuggets angeboten werden können.