Der Eurocity fährt fremd – und alle schauen zu

Weil in Horgen gebaut wird, muss der Eurocity von Zürich ins Tessin an diesem Wochenende durchs Sihltal umgeleitet werden. Auf dieser Strecke fahren teils seit 10 Jahren keine Personenzüge mehr. Ein Highlight also für alle Zugfans – oder Trainspotter, wie sie sich nennen.

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Trainspotter im Sihltal

1:41 min, aus Tagesschau vom 11.4.2015

Normalerweise verkehrt der Eurocity von Zürich ins Tessin via Horgen und fährt durch den Zimmerbergtunnel nach Sihlbrugg. An diesem Wochenende ist die Strecke zwischen Horgen und Baar jedoch wegen Bauarbeiten für den Zugverkehr gesperrt. Die SBB hat deshalb bei der SZU (Sihltal-Zürich-­Uetliberg-Bahn) angefragt, ob sie gegen Erstattung der üblichen Trasseegebühr deren Gleise benutzen darf.

Darf sie. Doch nicht nur die silbernen Pendolino-Zugskompositionen kommen heute und morgen zu besonderen Ehren. Weil die Führer der Eurocity-Züge nicht ortskundig sind, benötigen sie die Unterstützung der SZU-Zugsführer, die somit ausnahmsweise in einem Eurocity-Cockpit sitzen.

Ein Beobachter des Zugverkehrs beim Fotographieren.

Bildlegende: Der ungewohnte Zugverkehr durchs Sihltal zog viele «Trainspotter» an. SRF

Kamera und Stativ bereit

Auf einem Teil der Strecke – zwischen Sihlwald und Sihlbrugg – verkehren seit 10 Jahren keine Personenzüge mehr. Es ist eine Test- und Übungsstrecke.

So ist die Eurocity-Fahrt auch ein ganz besonderes Highlight für Zugfans oder so genannte Trainspotter. Zu Dutzenden stehen sie entlang der Strecke, ihre Kameras gezückt.

Ein besonderes Bild – aber kein noch nie da gewesenes. So erinnern sich alte «Zughasen», dass in den Neunzigerjahren regelmässig einige jener Eisenbahnen durchs Sihltal fuhren, die im Volksmund «Füdliwäscher-Züge» hiessen, weil sie die Schweizer nach Rimini zum Baden brachten.