Drogen statt Ebola: Afrikaner stirbt an Madrider Flughafen

Auf dem Madrider Flughafen ist ein Afrikaner gestorben. Weil die Rettungskräfte Angst vor Ebola hatten, wurde der Mann nicht rechtzeitig ins Krankenhaus gebracht. Ebola hatte der Mann nicht – er starb an geplatzten Drogenbeutelchen im Magen.

Terminal des Madrider Flughafens.

Bildlegende: Der Mann brach am Madrider Flughafen zusammen. Reuters

Der Afrikaner war auf dem Flughafen in Madrid zusammengebrochen. Wie die Zeitung «El Mundo» meldete, stammte der Mann aus Nigeria. Die Rettungskräfte tippten auf Ebola und alarmierten deswegen ein Expertenteam mit Schutzanzügen.

Bis zu dessen Eintreffen vergingen nach Darstellung des Blattes mehr als 50 Minuten. Es stellte sich jedoch heraus, dass der Nigerianer nicht an Ebola litt, sondern ein Drogenschmuggler war, der mit Kokain gefüllte Plastikkugeln verschluckt hatte. Eine oder mehrere Kugeln waren im Körper des Mannes aufgeplatzt.

Die Behörden bestätigten den Zwischenfall, der sich bereits am vergangenen Wochenende ereignet hatte. Sie machten aber keine Angaben darüber, wie viel Zeit bis zum Eintreffen des Expertenteams vergangen war.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

  • Verschärfte Massnahmen

    Aus Tagesschau vom 23.10.2014

    Flugreisende aus Westafrika werden künftig in den USA drei Wochen lang täglich auf Ebola-Symptome untersucht. Auch in Teilen Afrikas wird Menschen aus Ländern, die stark vom Virus betroffen sind, das Reisen erschwert. Hunderte sitzen teilweise schon seit Wochen in Nachbarländern fest.