Ein Blick hinter die Kulissen der Technik

Pünktlich um 19.30 Uhr startet die Tagesschau – mit den aktuellsten Nachrichten und Einordnungen aus dem In- und Ausland. Journalistisches Know-how und eine ausgeklügelten Technik machen es möglich. Zu Beginn der Tagesschau-Ära in den 50er Jahren sah die Berichterstattung noch anders aus.

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Serie: 60 Jahre Tagesschau

3:23 min, aus Tagesschau vom 28.8.2013

Der Eindruck mag täuschen. Auch wenn die Tagesschau in ihren ersten Jahren zunächst drei, dann vier und rasch fünfmal wöchentlich sendete, eine Handvoll Redakteure auf ihren Schreibmaschinen Kommentare schrieben und Filmrollen aus dem Ausland entgegennahmen: der Aufwand und der Zeitdruck waren bereits in den 50er Jahren immens.

Da eine eigenständige Inlandberichterstattung noch nicht exisitierte, bearbeiteten die frischgebackenen Fernsehjournalisten Filmkopien der CBS-Newssendungen. Diese erreichten die Schweiz erst am Folgetag. Nachrichten aus dem Ausland dominierten dementsprechend die Sendung. Da Schnitt und Vertonung damals technisch sehr aufwendig waren, schloss die Redaktion bereits um 16.00 Uhr. Auch kam es vor, dass der Flughafen Kloten wegen Nebel geschlossen war. Damit blieb auch das erwartete Filmmaterial für die Sendung aus. Aktuell sein war anders.

Wortnachrichten-Agenturen

In der zweiten Hälfte der 50er Jahre schaffte es der damalige Tagesschau-Leiter Felix Hurter, Verträge mit den Wortnachrichten-Agenturen United Press International, Associated Press und Schweizerische Depeschenagentur abzuschliessen. Es war ein historisches Ereignis – denn die Tagesschau war die erste Redaktion der SRG, welche rund um die Uhr per Ticker mit Meldungen versorgt wurde.

Meldungen rund um die Uhr garantierten allerdings noch nicht Aktualität bis zur letzten Sekunde vor Sendung. So verpasste die Tagesschau-Nachtausgabe das Attentat auf Ronald Reagan in Washington am 30. März 1981, 14.26 Ortszeit. Dies, weil die Moderatorin von der Maske direkt in die Sendung ging, ohne die Ticker nochmals zu kontrollieren. Im Computerzeitalter wäre ein solches Verpassen wohl unverzeihlich.

Im Auftrag der Aktualität

Die Schaffung der Eurovisions-News-Gruppe in den 60er Jahren erlaubte den täglichen internationalen Filmaustausch, zuerst einmal pro Tag, in den 90er Jahren viermal, heute rund um die Uhr und in digitaler Form. Für den Fernsehjournalisten bedeutet das nicht nur aktuelleres Material zu haben, das auch noch kurz vor der Sendung bearbeitet werden kann. Er kann auch aus deutlich mehr Bildmaterial auswählen und besser gewichten.