Zum Inhalt springen

Scheuer Gast im Linth-Gebiet Ein Goldschakal besucht die Schweiz

Zweifelsfrei kein kleiner Wolf, was ein Ornithologe kürzlich im Sanktgallischen fotografierte. Eine noch rare Begegnung.

Legende: Audio «Schakal auf Besuch» abspielen. Laufzeit 1:17 Minuten.
1:17 min, aus Heute um Vier vom 18.07.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • Der Goldschakal breitet sich seit Jahren vom Balkan in Richtung Westeuropa aus. Das Raubtier ist in der Schweiz geschützt.
  • Erstmals wurde ein Goldschakal Ende 2011 in der Schweiz nachgewiesen. Es wurden auch danach immer nur Einzeltiere gesichtet.
  • Letzte Woche fotografierte ein Ornithologe im Linthgebiet einen Goldschakal.

Der Vogelkundler war letzten Donnerstag im Linth-Gebiet unterwegs, um zu fotografieren. Vor die Linse kam ihm dann aber ein Tier, das er nicht so recht einordnen konnte: Körperhaltung und Fellfarbe wie ein Wolf, aber kleiner.

Jetzt ist klar: Beim fotografierten Tier handelt es sich zweifelsfrei um einen Goldschakal, wie das St. Galler Amt für Natur, Jagd und Fischerei mitteilt.

Erstmals wurde in der Schweiz Ende 2011 ein Goldschakal nachgewiesen. Das Raubtier tappte damals in den Nordwestalpen, im Gebiet zwischen den Kantonen Bern, Freiburg und Waadt, mehrmals in Fotofallen, die Naturforscher aufgestellt hatten.

Später wurden Goldschakale auch in Schwyz und Graubünden gesichtet. Im Bündnerland sorgte ein Jäger für den unglücklichen ersten Nachweis, als er Anfang letzten Jahres einen vermeintlichen Fuchs erschoss und sich selbst anzeigte. Er hatte ein junges Goldschakalmännchen erlegt. Ob es sich um das gleiche Tier handelte, das bereits Ende Dezember 2015 in der Surselva in eine Fotofalle ging (siehe Bild), ist nicht klar.

Der bisher letzte Nachweis datiert vom März 2016, als im Kanton Schwyz ein geschwächter Goldschakal erlegt werden musste.

Bisher immer nur Einzeltiere gesichtet

Die Schakale stammen aus der südöstlichen Balkan und breiten sich von dort seit Jahren in Richtung Mitteleuropa aus. In der Schweiz wurden bislang nur Einzeltiere nachgewiesen. Einzelne Tiere wurden auch in Deutschland, Österreich und Italien beobachtet. Es gibt keine Rudelbildung. Goldschakale fressen bevorzugt Kleintiere. Sie gleichen in ihrem Verhalten dem Fuchs. Für den Menschen sind sie laut Zoologen keine Gefahr.

4 Kommentare

Sie sind angemeldet als Who ? (whoareyou) (abmelden)

Kommentarfunktion deaktiviert

Uns ist es wichtig, Kommentare möglichst schnell zu sichten und freizugeben. Deshalb ist das Kommentieren bei älteren Artikeln und Sendungen nicht mehr möglich.

  • Kommentar von Franz Keller (franzke)
    Die einzigen die das ökologische Gleichgewicht stören sind die Menschen.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Franz Keller (franzke)
    falls dem Schakal sein Leben lieb ist rate ich ihm die Schweiz umgehend wieder zu verlassen bevor es zum Abschluss frei gegeben wird. Da es kein cash generiert sind die Überlebenschancen in der Schweiz sehr schlecht.
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
  • Kommentar von Philipp Etter (Philipp Etter)
    Gestern gab es einenBericht über die Schwarzmeergrundel, die sich rheinaufwärts bewegt und deren Verbreitung als hochproblematisch eingestuft wird. Heute wird über die Sichtung eines Goldschakals berichtet, der in der Schweiz geschützt sein soll. So viel ich weiss, war dieses Tier nie heimisch hier. Warum befürchtet man hier nicht eine möglicherweise empfindliche Störung des ökologischen Gleichgewichts, falls sich das Tier mehr ausbreitet?
    Ablehnen den Kommentar ablehnen
    1. Antwort von Samuel Röthlisberger (S.Roethlisberger)
      Die Schwarzmeergrundeln sind (unbeabsichtigt) durch den Mensch eingeschleppt worden. Der Schakal wandert von selbst ein. Wo es Wölfe gibt, fehlt er meistens. Die Grundeln sind Laichfresser und dezimieren Einheimische Arten dadurch stark. Beim Schakal ist das nicht zu erwarten.
      Ablehnen den Kommentar ablehnen