Ein Rekordsprung auf leisen Sohlen

Als der Abenteurer Felix Baumgartner 2012 einen Rekordsprung aus der Stratosphäre wagte, konnte die Welt zusehen. Jetzt überbot ein 57-jähriger Amerikaner den Österreicher still und leise mit einem Sprung aus über 41 Kilometer Höhe.

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Google-Manager knackt Höhenweltrekord

0:58 min, aus Tagesschau am Mittag vom 25.10.2014

Ein amerikanischer Fallschirmspringer hat mit einem Stratosphären-Sprung Experten zufolge den Höhen-Rekord des österreichischen Extremsportlers Felix Baumgartner gebrochen. Der 57-jährige Alan Eustace schwebte am Freitag mit einem Helium-Ballon in eine Höhe von 41,42 Kilometern und sprang dort ab. Wie auch Baumgartner soll Eustace schneller als der Schall gewesen sein, teilte die Firma Paragon Space Development Corporation mit, die den Rekordversuch unterstützt hatte.

Mehrere neue Rekorde

Baumgartner war vor gut zwei Jahren aus einer Höhe von gut 39 Kilometern gesprungen. Während es bei seinem Rekord viel Medienaufmerksamkeit und eine Live-Übertragung im Internet gab, wurde der Sprung des Amerikaners erst nachträglich bekannt.

Das Onlineportal space.com veröffentlichte am Samstag Fotos und ein Video von Eustaces Sprung. Seinen Angaben nach stellte der Amerikaner mehrere neue Rekorde auf: US-Rekord für den höchsten Fallschirmsprung, Weltrekord für den längsten freien Fall mit einem Bremsschirm und US-Rekord für die höchste Fallgeschwindigkeit.

Google-Manager Alan Eustace in einem Raumanzug.

Bildlegende: Alan Eustace kurz vor seinem Absprung aus 41 Kilometern Höhe. Keystone

Computerfachmann bei Google

Beim Start auf einer verlassenen Rollbahn in Roswell war unter anderem ein Technologie-Reporter der «New York Times» dabei. Auch Baumgartner war am 14. Oktober 2012 in Roswell gestartet. Eustace landete etwa hundert Kilometer von der Landebahn entfernt, hiess es bei space.com. Der 57-Jährige ist von Beruf Computerfachmann und hat bei seinem Arbeitgeber Google den Titel eines Senior Vize-Präsidenten für Wissen.

Er erreichte seine Sprunghöhe laut Paragon in rund zweieinhalb Stunden. Er habe dann etwa 30 Minuten oben verbracht. «Man konnte die Dunkelheit des Weltalls und Schichten der Atmosphäre sehen», sagte er der «New York Times».

Im Gegensatz zu Baumgartner verzichtete Eustace auf eine Kapsel und liess sich nur in seinem Nasa-Spezialanzug am Ballon befestigt nach oben befördern. Den Fallschirm öffnete er in einer Höhe von rund 5,5 Kilometern. Zuvor hatte er etwa viereinhalb Minuten nach dem Absprung seinen Flug bereits mit einem Mini-Schirm stabilisiert. Die Höchstgeschwindigkeit habe knapp 1323 Kilometer pro Stunde erreicht.

Kein Marketing-Event

Der Welt-Luftsportföderation werde eine Absprunghöhe von 135'890 Fuss gemeldet, schrieb die «New York Times». Der Wettbewerbs-Chef der amerikanischen Fallschirmsprung-Assoziation habe den Rekord verifiziert.

Bei Baumgartner hatte der Getränke-Anbieter Red Bull die Aktion finanziert. Eustace sagte der Zeitung, Google sei bereit gewesen, sein Projekt zu unterstützen. Er habe dies aber abgelehnt, weil er seinen Sprung nicht in einen Marketing-Event für Google verwandeln wollte. Eustace habe bereits seit 2011 an dem Projekt gearbeitet. Dabei seien unter anderem diverse Teile der Ausrüstung neu entwickelt worden.