ESA jubelt und bangt: Wie sicher steht «Philae»?

Ein knapp ein Meter kleines Landemodul hat Geschichte geschrieben. Der ESA-Lander «Philae» ist auf dem Kometen «67P» gelandet – vielleicht sogar zweimal. Das Landemodul hat nochmal kurz abgehoben. Nun scheint es aber vorerst sicher zu stehen.

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Jubel nach der Landung

0:39 min, vom 12.11.2014

Landung auf Komet «Tschuri»

Die wichtigsten Fakten in Kürze:

  • Die Raumsonde «Rosetta» hat heute den Lander «Philae» auf den Kometen 67P/Tschurjumow-Gerassimenko abgeworfen.
  • Um 16:30 Uhr hat der Lander auf dem Kometen aufgesetzt. Und um 17 Uhr war klar: Die Landung hat geklappt. Jubel im Kontrollzentrum!
  • Die Spannung war extrem hoch, denn die Landefläche auf dem Kometen ist felsig, und «Philae» durfte nicht umkippen. Das scheint auch nicht passiert zu sein.
  • Einziges Problem: «Philae» ist möglicherweise nicht gut festgemacht auf dem Kometen. Die Anker-Harpunen haben nicht funktioniert. Momentan versuchen die Ingenieure, das Problem zu lösen.
  • Wie es mit dem wissenschaftlichen Programm des Landers weitergeht, ist noch offen. Einige Messinstrumente laufen aber schon wie geplant.
Der Ticker ist abgeschlossen.
  • 20 :38

    Die Geschichte geht weiter. Wir sagen: Gute Nacht!

    Mit diesen Informationen schliessen wir den Live-Ticker. Vielen Dank fürs Mitlesen. In diesem Artikel finden Sie eine Zusammenfassung der Ereignisse der letzten gut 12 Stunden.

    Wichtige Neuigkeiten zu den weiteren Entwicklungen gibt es laufend auf srf.ch/news. Philae wird auch Morgen noch zu reden geben.

  • 20 :22

    Zwei Landungen an einem Tag

    In einer Pressekonferenz hat Projektleiter Stephan Ulamec vom DLR soeben Auskunft gegeben: «Die Harpunen sind nicht losgegangen. Aber wir wissen nicht genau, warum.» Nach der Landung war der Funk-Kontakt zu Philae offenbar nicht perfekt – wie bei einem Wackelkontakt. Möglicherweise habe sich der Lander leicht von der Oberfläche gehoben, sagte Ulamec. Und sei dann erneut gelandet. «Quasi zwei Landungen an einem Tag.» Das ist bisher allerdings nur eine Theorie.

    In der Nacht ist der Funkkontakt zu Philae nun unterbrochen. Denn Rosetta ist vom Lander aus gesehen hinter dem Horizont verschwunden. «Morgen sollten wir mehr wissen», sagt Ulamec. Die nächste ESA-Pressekonferenz ist auf Donnerstag 14 Uhr angesetzt.

  • 19 :45

    Bald: Pressekonferenz der ESA

    Um 20 Uhr könnte es Neuigkeiten geben zur Situation von Philae. Dann beginnt eine Pressekonferenz der ESA in Darmstadt. Wir berichten wieder, wenn es etwas Neues gibt.

  • 18 :52

    Philae hat das erste Kometen-Bild geschickt

    Der Lander hat das Bild während der Landephase aufgenommen, als er noch etwa 3 Kilometer entfernt vom Kometen war. Es sind noch nicht die erwarteten Bilder, die Philae auf dem Kometen machen soll. Aber die Experten werten es als gutes Zeichen, dass noch weitere kommen.

    Der Komet 67P aus drei Kilometer Entfernung

    Bildlegende: Für Philae sah der Komet während der Landung aus wie ein Ferrero Rocher. DLR

  • 18 :25

    Verflixte Harpunen

    Die Ingenieurinnen und Ingenieure arbeiten daran, die Lage zu verstehen. Es bleibt also spannend!

  • 18 :03

    Problem mit den Harpunen?

    Offenbar haben die Harpunen nicht funktioniert. Das heisst, Philae ist nicht so gut auf dem Kometen befestigt wie geplant. Das hat Stephan Ulamec vom DLR der Bloggerin Emily Lakdawalla erzählt. Die Lage ist etwas verwirrend.

  • 17 :52

    Sanfte Landung

    Philae scheint sanft auf dem Komenten gelandet zu sein. Das ist ein gutes Zeichen für die nun anlaufenden Experimente. Philae sollte möglichst gerade stehen, damit der Lander viel Sonnenlicht sammeln kann. Seine geladene Batterie reicht nämlich nur, um jedes der zehn Experimente einmal durchzuführen. Für die Zeit danach muss Philae auf Solarstrom zurückgreifen.

  • 17 :26

    Gratulationen von allen Seiten

    Nun fluten die Gratulationen das Internet. Und im Kontrollzentrum gibt es Bravos und Hurras von den Offiziellen. Für die Schweiz offiziell vor Ort: Daniel Neuenschwander, Chef des Schweizer Space Office. Er sagt: Forza Rosetta, forza ESA!

    Und weil es so schön war: Hier noch einmal der entscheidende Moment zum Nachschauen.

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    Jubel nach der Landung

    0:39 min, vom 12.11.2014

  • 17 :16

    Grosse Erleichterung

    Nach einem intensiven Tag sind alle Forscherinnen und Forscher in den beiden Kontrollzentren von Rosetta und Philae extrem erleichtert. Die Korken knallen und alle liegen sich in den Armen. Einfach schön!

    Zwei Forscher liegen sich in den Armen.

    Bildlegende: Nach der Landung ist vor dem Champagner. ESA

  • 17 :03

    Es hat geklappt!

    Philae ist sicher auf dem Kometen gelandet! Wow!

    Wie es dem Lander geht, dazu mehr gleich hier im Liveticker.

    Jubelnde Wissenschaftler

    Bildlegende: Jubel im Kontrollzentrum! ESA

  • 16 :41

    Warten auf Philae

    In den Kontrollzentren in Darmstadt und Köln warten jetzt alle gespannt auf das Ankunfts-Signal. Wir sind von ferne mit dabei.

  • 16 :33

    Schon gelandet?

    Über 500 Millionen Kilometer weit weg liegt Philae jetzt hilflos im Staub, oder macht schon die ersten Messungen. In 30 Minuten wissen wir, welches Szenario eingetreten ist.

    Wenn Philae sicher gelandet ist, beginnen sofort die wissenschaftlichen Experimente. Niemand weiss, wie viel Zeit dem Lander dafür bleibt. Sensoren in den Anker-Harpunen messen zum Beispiel sofort die Temperatur und Härte des Kometen. Und ein Radar-Gerät durchleuchtet den Kern. Als erstes macht der Lander dann ein Panoramabild und schickt es zur Erde – darauf können die Experten sehen, ob der Lander gerade steht. Oder eben nicht. Das wäre das erste Bild, das von einem Kometen aus aufgenommen wurde. Wir sind gespannt drauf.

  • 16 :22

    Harpunen klar zum Festhaken

    In knapp 15 Minuten landet Philae auf dem Kometen Tschuri, mit einer Geschwindigkeit von etwa 3,6 Kilometern pro Stunde. Dann hakt der Lander sich fest mit seinen zwei Harpunen. Denn die Schwerkraft des Kometen ist sehr schwach. Ohne Harpunen flöge der Lander vielleicht davon.

    In 15 Minuten also gilt es ernst. Bis wir auf der Erde erfahren, ob es geklappt hat, dauert es dann allerdings nochmal zirka 30 Minuten.

  • 15 :54

    Wie Rosetta Philae sieht

    Hier ein Bild von der OSIRIS-Kamera an Bord von Rosetta. So sieht Philae also aus: ein kleiner einsamer Lander in den Weiten des Alls.

    Philae im dunklen All.

    Bildlegende: Mach's gut, kleiner Lander! ESA / OSIRIS

  • 15 :49

    Felsen, soweit das Auge reicht

    Noch einmal zur Erinnerung: So sieht die Fläche aus, auf der Philae bald landen soll. Eine felsige Angelegenheit. Trotzdem war es für die ESA die beste aller Optionen. Alle anderen Landeplätze schieden aus, nach reiflicher Überlegung. Im Interview beschreibt Projektleiter Stephan Ulamec vom DLR die Gefahren, die auf Philae warten.

    Nahaufnahme des Landeplatzes von Philae.

    Bildlegende: Mit etwas Glück klappt die Landung auf diesem Kometen-Flecken. ESA

  • 15 :32

    Im Landeanflug

    Bald wird Philae auf dem Kometen Tschuri landen (oder, im schlimmsten Fall, aufschlagen). Nun wird es richtig heiss. Laut der ESA ist der Lander auf Kurs. «Now it's up to the lander», sagt Flugleiter Andrea Accamazzo.

  • 15 :25

    Frühere Kometen-Mission

    Die letzte spektakuläre Kometen-Mission gab es 2005. Die Nasa schoss damals von ihrer Sonde Deep Impact ein 372 Kilogramm schweres Projektil ab. Es sollte einen Krater im Kometen Tempel 1 erzeugen, um in den Kometen hineinzuschauen. Der Abwurf gelang, der Komet wurde getroffen und der aufgewirbelte Staub mit Instrumenten untersucht. Aber die Explosion hatte so viel Staub und Schnee aufgewirbelt, dass die Stelle verdeckt blieb, von der Deep Impact Bilder machen sollte.

    Der Komet Temple 1 nach dem Aufschlag des Deep-Impact-Projektils.

    Bildlegende: Deep Impact: Staub aufwirbeln? Kein Problem! Nasa

  • 15 :21

    Die erste Postkarte von Philae

    Auf diesem ersten Bild sieht man die Sonde Rosetta, vom Lander Philae aus betrachtet. Es wurde aufgenommen mit der CIVA-Kamera von Philae, kurz nach der Trennung.

  • 15 :06

    Weltraum-Romantik

    Kommt es zum Kuss zwischen Philae und Tschuri? Oder zeigt Tschuri dem Lander die kalte Schulter? Das fragen sich die Forscherinnen und Forscher der ESA, zum Beispiel Gerhard Schwehm. Heute um 17 Uhr gibt's die Auflösung. Die Spannung steigt.

  • 14 :54

    Unheimliche Kometen

    Heute sind Kometen vor allem Forschungsobjekte. Wir suchen sie ab nach Spuren von Wasser und den Grundbausteinen des Lebens. Und wir erfreuen uns an ihnen, wenn sie am Nachthimmel leuchten. Früher aber waren sie gefürchtete Vorzeichen für Unglück.

    Interessiert Sie die Kulturgeschichte der Kometen? Dann lesen hier mehr.

    Aufnahme des KOmeten Hyakutake.

    Bildlegende: Komet Hyakutake flog im Jahr 1996 sehr nahe an der Erde vorbei. Imago