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«Espresso Rechtsfrage» «Dürfen meine Kinder in der Freizeit jobben?»

Gerade in den Ferien möchten viele Jugendliche ihr Taschengeld mit einem Freizeitjob aufbessern. Die Konsumentensendung «Espresso» sagt, ab wann Jugendliche arbeiten dürfen und wozu man sie einsetzen darf.

Autoputzer
Legende: Jobben ist für viele Jugendliche eine Abwechslung vom Schulalltag. Colourbox

«Espresso»-Hörer Thomas Wittenwiller ist Vater von zwei Teenagern. Einzelne «Schulgspändli» seiner Kinder jobben am freien Mittwochnachmittag und verdienen sich so ein zusätzliches Taschengeld. Das möchten seine 14-jährige Tochter und der 16-jährige Sohn nun auch.

Doch Thomas Wittenweiler möchte zuerst vom Konsumentenmagazin «Espresso» von Radio SRF 1 wissen: «Dürfen Kinder überhaupt für Arbeiten eingesetzt werden und wenn ja – muss man sie versichern?»

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Jugendliche dürfen beim Jobben nicht ausgenutzt werden

Jugendliche Arbeitnehmende sind durch das Arbeitsgesetz besonders geschützt. Hier das Wichtigste im Überblick:

  • Mindestalter: Ab 13 Jahren dürfen Jugendliche stundenweise für leichte Arbeiten eingesetzt werden, sofern ihre Eltern damit einverstanden sind.
  • Maximale Arbeitszeit: Ab 15 Jahren dürfen Jugendliche ganztags arbeiten. Sie dürfen jedoch bis zum vollendeten 18. Altersjahr nicht für gefährliche Arbeiten eingesetzt werden.
  • Pausen: Arbeiten Jugendliche mehr als fünf Stunden am Stück, haben sie Anspruch auf eine halbstündige Pause.
  • Gastrobetriebe: Unter 18-Jährige dürfen nicht in Nachtlokalen arbeiten, unter 16-Jährige dürfen keine Gäste bedienen.
  • Abendarbeit: Unter 16-Jährige dürfen bis 20 Uhr arbeiten, 16-18-Jährige bis 22 Uhr. Alle Jugendlichen haben Anspruch auf eine tägliche Ruhezeit von mindestens zwölf aufeinanderfolgenden Stunden.
  • Nachtarbeit: Nacht- und Sonntagsarbeit sind für Jugendliche verboten.
  • Versicherungen: Der Arbeitgeber ist verpflichtet, auch jugendliche Angestellte gegen Berufsunfälle zu versichern. Die Kosten dieser obligatorischen Versicherungen muss der Arbeitgeber tragen. Bei einem Unfall kommt diese Versicherung für die Heilungskosten und für einen allfälligen Lohnausfall auf. Bei Krankheit muss der Arbeitgeber den Lohn laut Gesetz weiterbezahlen, sofern das Anstellungsverhältnis mehr als drei Monate dauert.
  • Lohnabzüge: Die Beitragspflicht bei der AHV/IV/EO beginnt erst mit 18 Jahren. Die Abzüge für Sozialversicherungen entfallen also. Auch für die Unfallversicherung darf der Arbeitgeber keinen Abzug machen.

Welchen Lohn dürfen Jugendliche verlangen?

In der Schweiz gibt es keine gesetzlich garantierten Mindestlöhne. Der Schweizerische Gewerkschaftsbund empfiehlt 15 Franken pro Stunde für Jugendliche, die ihre obligatorische Schulzeit noch nicht beendet haben, für alle andern 20 Franken. Der Lohn muss spätestens am letzten Tag des Monats auf dem Konto eintreffen.

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5 Kommentare

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  • Kommentar von Peter Rüegg (Schaut von aussen in die Schweiz)
    Ich war als 13 und 14 Jähriger 3 mal im Landdienst in Pfaffnau, was mir sehr gut gefallen hat und mich auch zum Teil für mein späteres Leben prägte. Ich durfte Traktor, inkl. Anhänger, fahren oder mit dem Töffli im Dorf Besorgungen machen (brauchte damals keinen Ausweis) Ausmisten, Heuen, Zuckerrüben Ernte waren die Hauptaufgaben. Gibt es den Landdienst überhaupt noch? Ich kann das auf jeden Fall nur weiter empfehlen. Mit dem verdienten Geld konnte ich mir ein einfaches Fahrrad kaufen.
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  • Kommentar von Sascha Freitag (SF)
    Ich hab ab 13 Jahren in allen Schulferien als Handlanger auf dem Bau gearbeitet. Dann aber doch einen anderen Weg eingeschlagen. Dann 30 Jahre später, 3 Jahre lang unser Haus umgebaut. Eisen legen, betonieren, mauern, verputzen... als ob mans schon immer gemacht hätte. Leichte Arbeiten hätte ich schon mit 13 abgelehnt. Wo keine Herausforderung ist, lässt sich kein Wille zum arbeiten aufbauen.
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  • Kommentar von Alex Bauert (A. Bauert)
    Man findet an den Universitäten locker Studierende für 20.-/Stunde z.B. für Umzug plus Reinigung und die sagten mir, das sei voll ok. 15.- wäre nett für 16-Jährige, aber entspricht oft nicht der Arbeitsleistung. Ist wohl ein Wunsch der Gewerkschaften. Zudem gibt es viele kleine Jobs, die auch Spass machen. Habe ab 12 so gejobbt und erinnere mich, dass es auch ein gutes Gefühl war, was geleistet zu haben wie Rasen gemäht, 1.-Aug.Abzeichen verkauft, etc, etc. (und Geld in der Tasche!)
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