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Panorama Fast ein Drittel aller Menschen ist übergewichtig

Die Zivilisationskrankheit Fettleibigkeit ist im Vormarsch. Die Zahl der Fettleibigen ist in den letzten 30 Jahren stark gestiegen. Spitzenreiter bleiben die USA.

Legende: Video Fast jeder zweite Schweizer übergewichtig abspielen. Laufzeit 1:16 Minuten.
Vom 29.05.2014.

Fettleibigkeit kann verheerende Folgen haben. Wer zu viel wiegt, erkrankt eher an Diabetes, Krebs und Herz-Kreislauf-Leiden. Eine neue Studie, Link öffnet in einem neuen Fenster der Universität Washington zeigt nun, dass die Zahl der übergewichtigen Menschen weltweit in den vergangenen Jahrzehnten drastisch gestiegen ist.

Für die Übersichtsstudie wurden Daten aus über 180 Ländern, darunter auch der Schweiz, ausgewertet. Wogen 1980 noch 857 Millionen Menschen weltweit zu viel, waren es 2013 bereits 2,1 Milliarden Menschen.

Das ist wesentlich schneller als der Anstieg der Weltbevölkerung. Die Entwicklung treffe auf Industrie- und Entwicklungsländer gleichermassen zu, schreiben die Autoren der Studie.

Als Kriterium für Übergewicht nutzten die Wissenschaftler in ihrer Studie den sogenannten Body-Mass-Index (BMI). Wer einen BMI zwischen 25 und 29,9 hat, ist übergewichtig, bei Werten von 30 oder höher spricht man von Fettleibigkeit oder Adipositas.

Fast jeder zweite Schweizer übergewichtig

Mit besonderer Sorge sehen die Forscher die Entwicklung, dass auch immer mehr Kinder und Jugendliche übergewichtig oder fettleibig sind.

Bei den Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen in der Schweiz ist der Studie zufolge etwa jeder fünfte übergewichtig, rund jeder fünfzehnte ist sogar fettleibig. Bei den Menschen über 20 Jahren ist der Anteil mit zu hohem BMI noch grösser. So sind laut der Untersuchung hierzulande rund 57 Prozent dieser Männer und 40 Prozent dieser Frauen übergewichtig.

Länder mit vielen Übergewichtigen

LänderAnteil Übergewichtiger und Fettleibiger  an der Bevölkerung*
Samoa81.7 %
Tonga85.0 %
Katar73.9 %
Ägypten73.6 %
Kuwait73.4 %
Libyen71.9 %
Föderierte Staaten von Mikronesien71.5%
Saudi-Arabien69.4 %
Jordanien69.3 %
Mexiko68.9 %
Island68.5 %
Bahrain67.5 %
USA67.4 %
Neuseeland66.6 %
Chile66.1 %

*Menschen über 20 Jahre mit einem BMI von mehr als 25 im Jahr 2013
Quelle, Link öffnet in einem neuen Fenster: Institute for Health Metrics and Evaluation

Der BMI

Um den Body-Mass-Index zu berechnen, wird das Gewicht (in kg) durch die Körpergrösse (in Metern im Quadrat) dividiert. Ein Beispiel: 80 kg / (1.80 m x 1.80 m ) = 24,7.

Allerdings ist der BMI nur einen grober Richtwert. Statur, Geschlecht, Körpergewicht, Alter und Körperzusammensetzung (beispielsweise der Muskelanteil) werden nicht beachtet.

20 Kommentare

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  • Kommentar von Nicole Krauer, Reinach
    Dieser BMI index ist für mich nicht representativ. Da wäre jeder Spitzensportler und Bodybuilder sowieso zu dick. Die Muskelmasse müsste auch berücksichtigt werden, somit ist diese Formel ein Witz!
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  • Kommentar von Hans Knecht, Torny
    Manche Menschen sind genetisch dick. Bei viele hingegen sehe ich die Kultur als Ursache. eine Kultur die einen ehrlichen konstruktiven Umgang miteinander erschwert, wenn nicht gar verunmöglicht, so dass dann Abends keine Energie mehr vorhanden ist etwas zu unternehme, sich bewegen und sich selbst gesund zu bekochen. Essen - eine Droge welche die innere Unruhe besänftigt.
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  • Kommentar von Ursula Sieber, Au
    Wer bestimmt überhaupt, was "dick" heisst und warum? Wann fängt "dick" an bzw. wann hört "dünn" auf? So wie es Menschen mit blonden Haaren gibt, gibt es Menschen, die eher zu mehr Körperfülle neigen. Müssen sich deshalb die Blonden rechtfertigen, dass sie blond sind? Nein, aber die rundlichen Menschen müssen sich gegenüber ihrer Mitmenschen rechtfertigen, warum sie mehr auf den Rippen haben. Das ist eine Diskriminierung, die staatlich gefördert wird.
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