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Panorama Galileo-Satelliten erfolgreich im All ausgesetzt

Europa will sich durch das Galileo-System vom US-amerikanischen GPS unabhängig machen. Zwei weitere Satelliten wurden deshalb in der Umlaufbahn ausgesetzt. Im Gegensatz zu den letzten Starts gab es diesmal keine Probleme.

Legende: Video Galileo-Satelliten in Umlaufbahn gebracht abspielen. Laufzeit 01:00 Minuten.
Aus Tagesschau am Mittag vom 28.03.2015.

Der Aufbau des europäischen Navigationssystems Galileo schreitet weiter voran. Eine Sojus-Trägerrakete brachte die Satelliten Nummer sieben und acht von Europas Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana aus in den Weltraum.
Nach einem Flug von fast vier Stunden wurden sie in einer Höhe von gut 22'500 Kilometern in eine Umlaufbahn ausgesetzt, berichtete die Raketenbetreibergesellschaft Arianespace in Evry bei Paris.

Störungen beim letzten Start

Bei den letzten Galileo-Starts im August hatte ein technischer Defekt die Satelliten in einen zu niedrigen Orbit gebracht. Ihre Umlaufbahn konnte korrigiert werden. Eine eingefrorene Hydrazin-Leitung in der Oberstufe hatte die Nutzlast fehlgeleitet. Die Ursache der Störung wurde behoben, der nächste Galileo-Start konnte vorbereitet werden.

Die zusammen knapp eineinhalb Tonnen schweren Galileo-Satelliten sollen sich nun selbst nach und nach in ihre «Arbeitsumlaufbahn» von 22'322 Kilometer absenken. Ihr Start von Kourou aus war ursprünglich bereits Ende vergangenen Jahres vorgesehen. Die Untersuchungen der Panne vom August machten dies allerdings zunächst unmöglich.

30 Satelliten für die Unabhängigkeit

Nach einer Testphase dürften die beiden jüngsten Satelliten des Programms Mitte des Jahres ihren Betrieb aufnehmen, teilte die Europäische Weltraumorganisation ESA mit.

Das Galileo-System wird aus 30 Satelliten und der notwendigen Bodeninfrastruktur bestehen. Mehrere Satelliten-Paare stehen schon für die nächsten Starts bereit, hatte der im Sommer aus dem Amt scheidende ESA-Chef Jean-Jacques Dordain erklärt. Mit dem Milliarden teuren Programm will Europa auch vom amerikanischen GPS unabhängig werden.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Geschätze(r) @M. Fischer. Die Ariane hat nicht ausgedient. Salopp gesagt, wenn ich zwei grosse Kühlschränke von A nach B verschieben muss, reicht mir ein grösserer Lieferwagen. Ordere sicher keinen teueren Sattelschlepper wie eine Ariane 5, welche bis 6,8 Tonnen Nutzlast in eine geostationäre Umlaufbahn bringen kann. Des Buchalters Rotstift rechnet mit. Da scheint Sojus die Wahl. Dazu vom äquatornahen Kourou gestartet, mehr „Schwung“ durch die Erdrotation am Umfang mitgeliefert wird ;-)
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  • Kommentar von M. Fischer, Buchs
    Wiso werden ESA-Sateliten mit eine Sojus-Trägerrakete ab Französisch-Guayana in's all geschossen. Hat die Ariane endgültig ausgedient?
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  • Kommentar von Thomas Käppeli, Guatemala Ciudad
    Doppelt genoppelt hält besser. Angesichts der heute absoluten Unverzichtbarkeit von Navigationsdaten in unserer Telekommunikations und Mobilitätswelt ein Redundanz-Wahnsinn, sich auf ein einziges System zu verlassen. Einmal abgesehen von Geopolitik mit der Logik „Macht und Geld“, wird überall in der Technikwelt, ob ein AKW, Chemiewerk, Luft/Raumfahrt, etc. auf 3 bis n-fache Redundanz zur Wahrheitsfindung abgestützt. Aber smartphone und das Navi im Auto, überlassen wir bisher getrost den Amis.
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