Gallwespe bedroht Kastanienernte

Ein Parasit wütet in den Tessiner Wäldern. Wegen der Ausbreitung der Gallwespe droht ein Ausfall der Kastanienernte.

Eine Gallwespe

Bildlegende: Die Gallwespe tötet die Kastanienbäume zwar nicht, reduziert aber das Kastanienwachstum. SRF

Das Insekt wurde 2009 zum ersten Mal entdeckt. Die Gallwespe trägt ihren Namen weil sie an den Ästen der Kastanien Wucherungen, sogenannte Gallen, verursacht. Diese entstehen, wenn sich aus den in den Knospen abgelegten Eier Larven bilden. Die Pflanzen sterben dadurch zwar nicht ab, aber sie werden geschwächt und ihre Produktivität wird stark vermindert.

Ein zweiter Parasit soll helfen

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Videobeitrag von Einstein vom 12.07.2012

2:29 min, vom 12.7.2012

Aktuell sieht es im Tessin so aus, als würde die Kastanienernte komplett ausfallen. Laut dem Tessiner Umweltamt gibt es keine konkreten Gegenmassnahmen. Es wird befürchtet, dass schlechte Wetterbedingungen die geschwächten Bäume zusätzlich schädigen könnten.

Nun ist aber Hilfe aus dem Piemont im Anmarsch – in Form eines Parasiten. Untersuchungen hätten gezeigt, dass sich das Insekt mit dem Namen «Torymus sinensis» bereits in Italien und Asien als Feind der Gallwespe bewährt hat. Bis die Effekte im Tessin spürbar sind, dürfte es gemäss dem Umweltamt aber noch bis zu zehn Jahre dauern.