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Geheimnisvoller Wanderer Aal ist Schweizer Fisch des Jahres 2018

Legende: Video Aal ist Fisch des Jahres 2018 abspielen. Laufzeit 1:02 Minuten.
Vom 02.01.2018.
  • Der Aal ist der Fisch des Jahres 2018
  • Der Schweizerische Fischerei-Verband (SFV) hat den Aal gekürt, um sein Aussterben zu verhindern.
  • Vor allem unpassierbare Kraftwerke machen dem Tier das Leben schwer.
  • Über die Herkunft und die Wanderungen der Aale ist wenig bekannt.

Bis zur Industrialisierung gehörten Aale hierzulande zu den häufigsten Fischen, wie der SFV mitteilt. Danach seien Rhein, Rhone und Ticino für die Nutzung von Wasserkraft derart verbaut worden, dass dies das Ende des Aal-Höhenflugs bedeutete.

Über Aalwanderungen ist wenig bekannt

Im EU-Raum sei der Aalfang seit 2007 stark eingeschränkt oder verboten. Der Aal stehe auch auf der Roten Liste bedrohter Tierarten. Er lasse sich nur retten, wenn es gelinge, die uralten Wasser-Wanderwege wieder zu öffnen und die Bestände zu schützen.

Der Fischerei-Verband beschreibt den Aal als «Weltenbürger». Noch heute treffe man eine seiner Arten in fast allen Gewässern der Welt an, vom Meer bis hin zu den alpinen Bächen.

Zwei Hände, darin hunderte kleiner Aale.
Legende: Die kleinsten Larven von Aalen wurden in der Sargassosee gefunden. Keystone

Abenteuerlich und geheimnisvoll sind Fortpflanzung und die langen Aalwanderungen. Von den 15 Familien mit rund 800 Arten bleiben einige in den Küstengewässern, andere wandern und dringen über Flüsse und Bäche teilweise über tausend Kilometer ins Landesinnere vor.

Reserven anfressen für den langen Weg zurück

Kein Mensch habe je ihre Hochzeit oder das Schlüpfen ihres Nachwuchses beobachten können, so der SFV. Die intensive Spurensuche führe in den Sargassosee, wo kleinste Aallarven gefunden worden seien.

Legende: Video Der Weg der Aale abspielen. Laufzeit 0:45 Minuten.
Vom 31.01.2017.

Dieses Meeresgebiet im Atlantik liegt östlich von Florida und südlich der Bermuda-Inseln. Irgendwo dort müssen die Aale schlüpfen und von dort werden sie dank ihrer Weidenblattform, vom Golfstrom passiv während zwei bis drei Jahren in Richtung Europa verfrachtet.

Zu diesen Langdistanzwanderern gehören die Schweizer Aale. Die Schweiz erreichen sie in Zeiten unbehinderter Fischwanderung im vierten bis sechsten Jahr ihres Lebens. Wo immer sie sich wohl fühlten, bleiben sie und fressen sich Reserven für die spätere Laichwanderung zurück ins Meer an.

Das kann manchmal bis zu zwanzig Jahre dauern. Ist es Zeit für die Hochzeitsreise, verändert sich der Körper. Der Aal wird zum Silberaal und tritt seinen bis zu 6000 Kilometer weiten Weg zurück zu seinem Ursprung in der Sargassosee an.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Pia Müller (PiMu)
    Falls der Mensch noch einen Funken Verstand hat, gilt es nun sofort, dem Aal sowie vielen anderen Tieren in CH und Europa Wasserläufe, Auen, Wälder, Wiesen artgerecht zu renaturieren. In den letzten 20 Jahren sind bei uns Tiere vom Aussterben bedroht, dass jedem Menschen, Politiker, BR die Alarmglocken längstens geläutet haben. Doch nichts wird gemacht !!!
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    1. Antwort von Sam M. (sam_mas)
      Auch wenn es nicht so scheint, es wird viel gemacht, die Renaturierung (revitalisieren um genau zu sein) von Fliessgewässern wird stark vorangetrieben und umgesetzt, dazu gibt es klar bindende Verordnungen. Der Knackpunkt sitzt bei den Gemeinden und Kantönen, die den Investitionsentscheid hinausschieben und Kosten scheuen. Es schreibt ein baldiger und motivierter Umweltingenieur :)
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  • Kommentar von A. Keller (eyko)
    Der Aal ist zu einer bedrohten Tierart geworden. Biologen versuchen die Fische daher zu züchten. Die noch in eidgenössischen Gewässern vorkommenden Aale sind meist vom Menschen eingesetzt. Eine Besserung in den nächsten Jahren ist wohl nicht zu erwarten. Wandern Fische flussabwärts, geraten sie bei Kraftwerken oft in gefährliche Turbinen. Die uralten Wasser-Wanderwege sollten wieder geöffnet werden um die Bestände zu schützen. Traurig, dass so viele Arten immer mehr bedroht sind.
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