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Panorama Gestohlene Schumacher-Akte: Verdächtiger tot aufgefunden

Einen Tag nach seiner Festnahme ist im Zürcher Polizeigefängnis ein Kadermitglied der Rega tot aufgefunden worden. Der Mann war verdächtigt worden, die Krankenakte von Rennfahrer Michael Schumacher den Medien angeboten zu haben. Die Behörde geht von einem Suizid aus.

Legende: Video «Verdächtiger tot in Zelle aufgefunden» abspielen. Laufzeit 1:28 Minuten.
Aus Schweiz aktuell vom 06.08.2014.

In seiner Zelle im Zürcher Polizeigefängnis ist am Morgen der inhaftierte Kadermitarbeiter der Rega tot aufgefunden worden. Das teilte die Zürcher Staatsanwaltschaft am Nachmittag mit. Der Mann war am Dienstag festgenommen worden unter dem Verdacht, Krankenakten des verunfallten Michael Schumacher den Medien angeboten zu haben.

Wie die Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich mitteilte, wurde der Mann von einem Aufseher am Mittwochmorgen in der Zelle tot aufgefunden. Der Mann hatte sich erhängt. Die Staatsanwaltschaft hat dazu eine Untersuchung eingeleitet. Es bestehen laut Mitteilung keine Hinweise auf Dritteinwirkung.

Grosse Betroffenheit bei der Rega

Bei der Rega hat der Tod des Mitarbeiters grosse Betroffenheit ausgelöst. «Die Nachricht vom Tod unseres Mitarbeiters macht mich und die ganze Rega traurig und sprachlos, wird sind tief betroffen», sagte Rega-CEO Ernst Kohler Radio SRF.

Die Zürcher Staatsanwaltschaft hatte ein Strafverfahren wegen Verletzung des Berufsgeheimnisses eröffnet, nachdem die Rega und die Familie Schumacher je ein Anzeige gegen unbekannt eingereicht hatten. Zuvor war publik geworden, dass die Krankenakten des verunfallten ehemaligen Autorennfahrers Michael Schumacher verschiedenen Medien angeboten worden waren.

Beschuldigter bestritt die Vorwürfe

Die Ermittlungen führten zur Rega, weil die Rettungsorganisation den Auftrag hatte, den verletzten Schumacher aus Grenoble (F) nach Lausanne zu transportieren. Die Untersuchung führte dann zu einem Kadermitarbeiter der Rega.

Wie Corinne Bouvard von der Oberstaatsanwaltschaft Zürich sagte, sei die Person am Dienstag verhaftet und polizeilich befragt worden. «Die Person hat alle Vorwürfe bestritten, darum wurde eine Einvernahme durch die Staatsanwaltschaft am Folgetag geplant.»

Im Zusammenhang mit den Medien angebotenen Krankenakten lägen der Staatsanwaltschaft keine Hinweise auf eine anderweitige Täterschaft vor. Deshalb werde das Verfahren voraussichtlich eingestellt. Für den Mann gelte weiterhin die Unschuldsvermutung.

12 Kommentare

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  • Kommentar von Sandro Margutti, Luzern
    Tja ao schade das ist, wenn dieser Herr aber eine reine Weste gehabt hätte, hätte er sich sicher nicht umgebracht !! Warscheindlich ging es halt wieder wie immer ums Geld !! Schade
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    1. Antwort von UdoGerschler, Frankenberg
      Er ist nicht der erste der die Treibjagd der Presse nicht ausgehalten hat und unschuldig ist.
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  • Kommentar von E. Waeden, Kt. Zürich
    Schon wieder haben Staatsanwälte sehr voreilig gehandelt & einen Menschen nur auf einen Verdacht hin inhaftiert. Gehört der Rechtsstaat Schweiz bald der Vergangenheit an?
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    1. Antwort von Sascha Stalder, Oberdiessbach
      Ist es nicht normal, dass für eine Verhaftung ein Verdacht genügt?
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    2. Antwort von E. Waeden, Kt. Zürich
      @S. Stalder: Also denke nicht, dass das üblich ist. Normalerweise wird doch zu einer 1. Befragung lediglich einbestellt. Aber immer gilt die Unschuldsvermutung. Der Mann hat ja beim Verhör nicht eingestanden, dass er diese Krankenakten an die Presse weitergeben hat. Und nur auf Indizien hin finde ich es persönlich eben unangemessen, dass man ihn inhaftiert hat. So voreilig hat ja eine Zürcher-Staatsanwaltschaft auch im "Fall Mörgeli" gehandelt & Verdächtige einfach mal eingesperrt.
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  • Kommentar von Urs Keller, Binningen
    Nun ich frage mich, was war denn so geheim bei Schumachers Krankenakte ? Vielleicht die Tatsache dass er einen Hirmschaden hat ? Nun das wissen alle, dass er sein Leben neu gestalten muss und Pflegebedürftig war oder ist . War das einen Selbstmord wert ?. Oder war da eine Kopfgeldprämie ausgesetzt für den Täter ? Nun dass er unlauter gehandelt hat ist richtig aber er war kein Mörder.
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