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Panorama «Hubble» sichtet die bislang fernste Galaxie

Das Weltraumteleskop «Hubble» hat die Galaxie «GN-z11» gesichtet. Mit 13,4 Milliarden Lichtjahren Distanz zur Erde handelt sich um die entfernteste Galaxie, die jemals sichtbar wurde. Klein soll sie sein – aber sehr produktiv.

Legende: Video Reise zur fernsten Galaxie (unkommentiert) abspielen. Laufzeit 0:31 Minuten.
Vom 04.03.2016.

Das Weltraumteleskop «Hubble» hat die bislang fernste Galaxie gesichtet. Das Licht der fernen Sterneninsel scheint aus einer Rekordentfernung von 13,4 Milliarden Lichtjahren zu uns, wie das wissenschaftliche Weltraumteleskopinstitut STScI in Baltimore (US-Staat Maryland) mitteilte. Damit ist die Galaxie mit der Katalognummer GN-z11 noch 200 Millionen Lichtjahre weiter von uns entfernt als der bisherige Rekordhalter.

Sprung zurück ins Kindesalter des Universums

Ein Lichtjahr ist die Strecke, die das Licht in einem Jahr zurücklegt. Das Licht von GN-z11 war also 13,4 Milliarden Jahre zu uns unterwegs. Sehr viel weiter können wir nicht gucken: Das Universum ist erst 13,8 Milliarden Jahre alt.

Wir sehen GN-z11 zu einer Zeit, als das Universum erst drei Prozent seines heutigen Alters hatte.
Autor: Pascal OeschUntersuchungsleiter Yale-Universität

«Wir haben einen grossen Schritt zurück in der Zeit getan, viel weiter als wir es mit «Hubble» je für möglich gehalten haben», kommentierte Untersuchungsleiter Pascal Oesch von der Yale-Universität in der STScI-Mitteilung. «Wir sehen GN-z11 zu einer Zeit, als das Universum erst drei Prozent seines heutigen Alters hatte.» Zuvor hatten Astronomen die Entfernung der Galaxie geschätzt, erst jetzt gelang mit «Hubble» eine genaue Messung.

Das veröffentlichte Bild des Space Telescope Science Institute: Blick auf die gesichtete Galaxie.
Legende: 13,4 Milliarden Lichtjahre entfernt: Das bislang veröffentlichte Bild von «GN-z11» des US-Weltraumteleskopinstituts. Space Telescope Science Institute, Baltimore

Produktiver als die Milchstrasse

Die junge Galaxie aus den Kindertagen des Kosmos ist Beobachtungen zufolge 25 Mal kleiner als unsere Heimatgalaxie, die Milchstrasse, und leuchtet überraschend hell. Sie besitzt zwar nur ein Prozent der Sterne unserer Galaxie, wächst aber schnell: Ihre Sternproduktion ist 20 Mal so hoch wie die der Milchstrasse.

Die Analyse gibt Astronomen neue Einblicke in die Entwicklung des jungen Universums. «Es ist faszinierend, dass eine so massereiche Galaxie bereits 200 oder 300 Millionen Jahre nach der Entstehung der ersten Sterne existiert hat», erklärte ein Forscher von der Universität von Kalifornien in Santa Cruz.

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3 Kommentare

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  • Kommentar von Beat Reuteler (br)
    Wenn die Messung stimmen würde, dann hat Hubble nicht die Galaxie an ihrem Standort entdeckt, sondern an dem Ort wo sie vor so vielen milliarden Jahren war. In der Zwischenzeit hat sie sich höchst wahrscheinlich sehr weit davon entfernt. In welche Richtung? Möglicherweise kann Hubble diese Galaxie nicht lange genug beobachten um die Richtung und das Tempo anzugeben? Allenfalls könnte man sonst den heutigen Standort wenigstens abschätzen, vorausgesetzt es gab keine grosse Richungsänderung.
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  • Kommentar von Rolf Künzi (Unbestimmt)
    In den letzten 50 Jahren hat der Mensch 90 % aller grossen Fische aus den Weltmeeren gefischt. Wir wissen jetzt, dass das massenhafte Töten von Haien für das Sterben der Korallenriffe verantwortlich ist. Doch jedes Jahr genau 8 Nächte nach Vollmond im August, 1 Stunde nach Sonnenuntergang entstehen ganze Universen von Korallenlaichen, winzige Korallenpackete die wie Sternengalaxien aussehen. Vielleicht gelingt uns der grosse Sprung nach vorn wenn wir solche Erreignisse schützen.
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  • Kommentar von W. Ineichen (win)
    Da fahre ich nächstens mal hin.
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