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Walsterben in Neuseeland Hunderte Wale verenden an Neuseelands Küste

Legende: Video Hunderte tote Wale abspielen. Laufzeit 1:54 Minuten.
Aus Tagesschau vom 10.02.2017.

Das Wichtigste in Kürze

  • An der Küste Neuseelands sind mehrere hundert Grindwale gestrandet.
  • Die Tiere wurden in Farewell Spit entdeckt, einem einsamen Strand auf der Südinsel des Pazifikstaates.
  • Die neuseeländische Naturschutzbehörde zählte 416 Wale, von denen etwa 300 bereits verendet sind.
  • Helfer versuchten, die Tiere wieder in tieferes Wasser zu ziehen – meist jedoch ohne Erfolg.

Nach Angaben der neuseeländischen Naturschutzbehörde gab es seit mehr als drei Jahrzehnten kein solches Walsterben mehr. Warum die Wale an Land schwammen, ist unklar.

Die Walschutzorganisation Project Jonah äusserte die Vermutung, dass es eine Kombination aus ungewöhnlich hohen Temperaturen und Erkrankungen sein könnte. Möglicherweise war auch das Echolot-System der Tiere durch Unterwasserlärm gestört.

Die Wale schwimmen wieder zurück zum Strand

Angesichts einer so grossen Zahl verendeter Tiere sei davon auszugehen, dass die noch lebenden in einem schlechten Zustand seien, sagte der Ministeriumsvertreter Andrew Lamason bei Radio New Zealand. «Wir bereiten uns deshalb auf eine ziemlich traumatische Phase vor.»

Die Mehrheit der über hundert noch lebenden Wale konnte noch nicht wieder zurück ins offene Meergebracht werden, auch weil sie wieder an den Strand zurückgeschwommen seien, sagte Lamason. Am Samstag sollte ein weiterer Versuch gestartet werden.

So viele einfühlsame Wesen, die jetzt einfach wie Müll auf dem Strand liegen.
Autor: Ein Helfer vor Ort

Die etwa 500 freiwilligen Helfer streichelten die noch lebenden Wale, deckten sie zu und kippten Meerwasser über sie. Auf diese Weise wurde versucht, sie kühl zu halten und ihnen genügend Feuchtigkeit zu verschaffen. Einer der Helfer sagte dem Online-Nachrichtenportal Stuff.co.nz: «Das ist eines der traurigsten Dinge, die ich jemals gesehen habe. So viele einfühlsame Wesen, die jetzt einfach wie Müll auf dem Strand liegen.»

Tote Wale versperren den lebenden Walen den Weg

Laut einem Ministeriumssprecher trieben zeitweise so viele Kadaver im Wasser, dass für die noch lebenden Tiere kaum noch Platz war: «Die Toten, die herumtreiben, versperren ihnen den Weg ins offene Meer.»

Im Februar 2015 waren am Strand von Farewell Spit bereits schon einmal 200 Grindwale gestrandet. Damals konnten 60 Tiere wieder ins Meer zurückgebracht werden. Auf den neuseeländischen Chatham Islands waren 1918 sogar tausend Wale gestrandet, in Auckland 1985 etwa 450 Tiere.

Legende: Am Strand von Farewell Spit verenden hunderte Grindwale. SRF

Grindwale

Grindwale – auch Pilotwale genannt – werden bis zu acht Meter lang. Männliche Tiere können ein Gewicht von bis zu drei Tonnen erreichen. Die Säuger bevorzugen gemässigte und kalte Gewässer. Auf der Südhalbkugel sind sie in allen Ozeanen zu finden, auf der Nordhalbkugel nur im Atlantik.

13 Kommentare

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  • Kommentar von Karl Kirchhoff (Charly)
    Wo bleiben die Japaner mit Ihren Walfangflotten? Statt zu jagen sollten sie diese toten Tiere verwerten.
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    1. Antwort von marlene Zelger (Marlene Zelger)
      Und wo bleiben die Kommentarschreibenden, die sich gegen Trump, sowie für Flüchtlinge, für Muslime etc einsetzen? Kein Aufschrei gegenüber Misshandlungen von Tieren, die wie Du und ich, den Schmerz fühlen und als Mitgesachöpfe dieses Erdballs ihr Recht auf artgerechte und respektvolle Behandlung haben? Doch, es gibt sie noch, die Menschen, die ein Herz für Tiere haben, und - wie in diesem Fall, gestrandete Wale vor dem Verenden bewahren. Tierschutz soll selbstverständlich sein.
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    2. Antwort von Karl Kirchhoff (Charly)
      @Zelger Ist es schlimm sich für Flüchtlinge, Muslime etc. und gegen Trump einzusetzen? Was für ein Problem haben Sie eigentlich?
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    3. Antwort von marlene Zelger (Marlene Zelger)
      Herr Kirchhoff, ist es schlimm, sich für schlecht behandelte Tiere einzusetzen? Mein Problem besteht darin, dass es Leute gibt, die kein Herz für Tiere haben, wie anscheinend Sie auch. Stimmt's?
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    4. Antwort von Karl Kirchhoff (Charly)
      @zelger Stimmt nicht! Ich unterstütze im Rahmen meiner Möglichkeiten schon seit Jahren Vier Pfoten, WWF und Greenpeace. Suchen Sie lieber mal, was Ihr neuer Heiland in DC in dem Bereich macht! Der sch... da drauf!
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  • Kommentar von Angela Keller (kira)
    Ein sehr trauriger Anblick - dieses Walsterben. Dass Schallfrequenzen von Schiffen viele Meerssäuger verwirren könnte eine Ursache sein. Leider leidet die Umwelt wie auch die Meere immer mehr unter dem Menschen. Unverdaulicher Müll, Reste von Fischernetzen Plastik. Die Auswirkungen auf unsere Natur wird durch des Menschen Gier immer mehr leiden. Wir sollten mehr Toleranz und Verständnis für unsere Mitgeschöpfe aufbringen.
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    1. Antwort von Ilse König (königin)
      In erster Linie sollten wir unser (Ess)Verhalten ändern und Produkte kaufen, die Lokal erzeugt und hergestellt werden. So lange die Energieträger so billig sind, wird sich beim Verkehr und Handel nichts verändern.
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    2. Antwort von marlene Zelger (Marlene Zelger)
      Denken wir auch an die armen Frösche. In einem Beitrag wurde einmal gezeigt, wie in Bengladesh ein Junge einem Frosch die Schenkel über einem Messer (mit Klinge nach oben gerichtet), abhaute. Diese landen dann als "Delikatesse" in Tellern von Nobelrestaurants dieser Welt.
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  • Kommentar von Stephanie von Walterskirchen (SVW)
    Klar Propaganda für das sehr umstrittene Thema "Globaleerwärmung". Und wer redet darüber dass Containerschiffahrt die Meere und Luft unglaublich verschmutzt, verlärmt, und Tiere via Wassertanks, wenn leer zut Gewichtskompensation, global verschiebt und so das natürliche Gleichgewicht der Kräfte zerstört? 20 Containerschiffe verschmutzen die Luft mehr als alle Autos an einem Tag. Es gibt 40 000 Containerschiffe täglich. SRF hat den Film "Seeblind" mal ausgestrahlt daraus sind die ZAhlen
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