iCloud – der sichere Speicherdienst? Das FBI ermittelt

Wie es dazu gekommen ist, dass Nacktfotos von Promis ins Internet gelangt sind, bleibt weiter unklar. Allerdings: Die Bilder könnten von Apples iCloud geklaut worden sein. Dem Dienst also, der unsere Daten verschlüsselt und sicher speichern sollte. Unterdessen ist auch das FBI an der Sache dran.

Inzwischen fahndet auch das FBI nach den Tätern, die Dutzende Nacktfotos von Prominenten wie Jennifer Lawrence im Internet veröffentlicht haben. Zu den laufenden Ermittlungen sagt die US-Bundespolizei nichts.

Die Unbekannten hatten die Bilder nicht nur ins Internet gestellt, sie schrieben zudem in Internet-Foren, woher sie die Bilder geklaut hatten: aus iCloud. Dem Speicherdienst von Apple also, dem Millionen von Nutzern ihre Daten anvertrauen, im Glauben, sie würden sicher verschlüsselt und gespeichert werden. Konkrete Belege dafür lieferten die Hacker aber nicht.

Das Logo von iCloud an der Präsentation des Speicherdienstes 2001. (keystone)

Bildlegende: iCloud – Apples Speicherwolke – hat in den letzten 24 Stunden massiv an Vertrauen verloren. Keystone

Apple prüft diese Spekulationen. Eine Apple-Sprecherin sagte dem Technologieblog «Recode»: «Wir nehmen die Privatsphäre der Nutzer sehr ernst und untersuchen aktiv diesen Bericht.»

Apple betonte stets, die Informationen in iCloud würden verschlüsselt gespeichert. Wahrscheinlicher als ein Knacken der Verschlüsselung wäre etwa, dass die Täter über Wege wie fingierte E-Mails oder Nachrichten an die Passwörter herangekommen sein könnten.

Zugleich wurde im Netz über eine inzwischen geschlossene Lücke in Apples System zur Suche nach verlorenen iPhones spekuliert. Sie habe es Angreifern erlaubt, uneingeschränkt Passwörter durchzuprobieren und so mit einem speziellen Programm eventuell die richtige Kombination zu erraten, sagen IT-Sicherheitsexperten.

Schauspielerin Kirsten Dunst reagierte bei Twitter mit einem sarkastischen «Danke, iCloud» auf die Veröffentlichung der Bilder. Bei einigen Bildern bestätigten Promis: die Bilder sind echt. Andere wiederum wurden für Fälschungen erklärt.

Eine andere Schauspielerin schrieb bei Twitter, sie habe die nun veröffentlichten Bilder bereits vor einigen Jahren gelöscht. IT-Sicherheitsexperten schliessen deshalb auch nicht aus, dass ein Hacker die Bilder gesammelt haben könnte und seine Sammlung dann von anderen Angreifern geplündert worden sei.

Für Apple kommen Zweifel um die Sicherheit seiner Dienste zur Unzeit: Das Unternehmen will kommende Woche voraussichtlich neue iPhones und einen mobilen Bezahldienst vorstellen. Da ist Vertrauen der Kunden besonders wichtig.

Sendungsbeitrag zu diesem Artikel

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    Aus glanz und gloria vom 1.9.2014

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