Jan Ullrich droht Gefängnisstrafe

Der Autounfall des deutschen Ex-Radprofis Jan Ullrich im Kanton Thurgau muss neu untersucht werden. Der ehemalige Tour-de-France-Sieger riskiert wegen seiner Crash-Fahrt unter Alkoholeinfluss sogar eine Haftstrafe ohne Bewährung.

Drei verunfallte Autos

Bildlegende: Ex-Radprofi Ullrich hatte unter Alkoholeinfluss (im grauen Auto links) einen Unfall verursacht. Keystone

Der Autounfall, den Ex-Radprofi Jan Ullrich 2014 in Mattwil (TG) betrunken und mit weit übersetzter Geschwindigkeit verursachte, muss nochmals untersucht werden. Dies hat das Bezirksgericht Weinfelden überraschend entschieden.

Es wies den Fall an die Staatsanwaltschaft zurück. Die beantragte bedingte Freiheitsstrafe und Busse, auf die sich Staatsanwaltschaft und Verteidigung geeinigt hatten, wurde nicht zum Urteil erhoben. Anstelle des abgekürzten Verfahrens kommt es jetzt zu einem ordentlichen Strafverfahren.

Der Gerichtspräsident äusserte Zweifel an der Anklageschrift, die zum Teil nicht mit den Untersuchungsakten übereinstimme. So könnte die Geschwindigkeit von 139 km/h, mit der Ullrich mit seinem Audi Quattro vor dem Unfall in der Tempo-80-Zone gefahren sein soll, auch höher gewesen sein.

Möglicherweise ein Raserdelikt

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Alkoholfahrt von Jan Ullrich wird neu aufgerollt

1:42 min, aus Tagesschau vom 21.7.2015

Der Gerichtspräsident verwies auf ein Gutachten, das von 143 km/h ausging. Der Unterschied von 4 km/h hätte juristisch grosse Konsequenzen: Ullrich müsste dann wegen eines Raserdelikts zu einer härteren Strafe verurteilt werden.

Laut dem Gerichtspräsidenten wurde in der Anklageschrift auch nicht berücksichtigt, dass Ullrich neben 1,8 Promille Alkohol auch noch stark unter Einfluss des Medikaments Valium stand. Dies hätte ebenfalls Auswirkungen auf ein Urteil.

Der 41-jährige deutsche Ex-Radrennfahrer hatte beim Unfall im Mai 2014 zuerst mit seinem Wagen mit hohem Tempo an einer Kreuzung ein stehendes Auto von hinten gerammt. Kurz danach prallte er frontal in ein entgegenkommendes Auto. Wie durch ein Wunder wurde niemand schwer verletzt.