Lawinen: Weniger Tote als im Durchschnitt

In den Bergen liegt zwar noch ansehnlich Schnee und die Skitouren-Saison ist nicht zu Ende. Dennoch lässt sich Stand jetzt sagen: In diesem Winter gab es bedeutend weniger Todesopfer durch Lawinen als in den vergangenen Jahren.

Im auslaufenden Winter sind diese Saison in den Schweizer Alpen bislang 13 Menschen durch Lawinen gestorben. Das sind laut Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) weniger als im langjährigen Durchschnitt.

Nimmt man den Ostersonntag (27. März) als Stichtag, sind es im Mittel 19 Lawinenopfer, wie das SLF ausführt. Die langjährige durchschnittliche Opferzahl liegt bei 25 pro Jahr. In den letzten 20 Jahren kamen im Mittel 23 Menschen im Jahr in Lawinen ums Leben.

Kein Grossereignis trübt die Bilanz

Dass die Kurve von Jahr zu Jahr stark ausschlägt, liegt daran, dass einzelne Ereignisse mit mehreren Toten sie stark beeinflussen. Das SLF schliesst denn auch nicht aus, dass sich die Zahl der tödlich Verunglückten bis zum Ende des hydrologischen Jahres am 30. September noch ändert.

Anders als im Vorjahr ist ein Grossereignis diesen Winter bislang ausgeblieben. Ende Januar 2015 starben am Vilan am Eingang des Prättigau im Kanton Graubünden fünf Personen in einer Lawine. Im Februar kamen bei einem Unfall im Gebiet des Grossen Sankt Bernhard im Wallis vier Menschen ums Leben.

Hinzu kommt: Der zu Ende gehende Winter begann spät. Wegen des ausgebliebenen Schnees war in den Weihnachtsferien kaum jemand abseits der beschneiten Pisten unterwegs. Erst als es ab Januar zum Teil ergiebig schneite, wurden Touren und Variantenabfahrten überhaupt möglich.

Schneemanko im Osten bis in den März

Starke Schneefälle, vor allem im Westen und im Norden, führten im Januar und im Februar zu mehreren kritischen Situationen mit grosser Lawinengefahr, wie das SLF ausführte. Danach wurde der Aufbau der Schneedecke im Norden und im Westen besser.

Im Süden und im Osten dagegen blieb das Schneemanko bis in den März hinein bestehen und die Schneedecke war entsprechend schwach aufgebaut. Erst ab Mitte März sei die Lawinensituation verbreitet günstig gewesen, schrieb das SLF. Auch in Gebieten, in denen wenig Schnee lag, waren Lawinen aus Altschnee selten.

Karte mit eingezeichneten Skitouren und Gefahrenstellen

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