Leichtathletik: Jetzt kommen die Girls

Die Schweizer Leichtathletik-Delegation in Rio ist so stark wie seit 20 Jahren nicht mehr. Das ist kein Zufall. Seit fünf Jahren nimmt die Anzahl lizenzierter Athleten stetig zu, vor allem bei den Mädchen. Das ist die Folge einer breit abgestützten Nachwuchs- und Talentförderung.

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Leichtathletik bei den Mädchen hoch im Kurs

3:48 min, aus 10vor10 vom 2.8.2016

Es ist ein Heimspiel für Mujinga Kambundji. Die Schweizer Top-Sprinterin leitet im nationalen Sportzentrum in Tenero ein Training mit Jugendlichen, und alle sind voll konzentriert bei der Sache. Kein Wunder: Bei den rund 70 Jungen und Mädchen der Altersklasse U16 handelt es sich um die besten Leichtathletik-Talente aus allen Schweizer Regionen.

Und Kambundji ist eines ihrer Idole. Vor allem für die grosse Zahl von Mädchen. «Dass wir in den vergangenen fünf Jahren vermehrt Mädchen für die Leichtathletik gewinnen konnten, macht Freude. Und es ist kein Zufall», sagt Peter Haas, der Chef Leistungssport des nationalen Verbandes Swiss Athletics, gegenüber SRF.

«Einzigartig für ein Land dieser Grösse»

Die Zahlen von Swiss Athletics sind eindeutig: In allen Altersklassen stieg die Zahl lizenzierter Frauen und Mädchen in den vergangenen Jahren um mindestens 20 Prozent.

Gemäss Andreas Hediger, dem Co-Direktor des Top-Meetings Weltklasse Zürich, ist dies eine Konsequenz aus dem erfolgreichen Nachwuchskonzept UBS Kids Cup. «Seit 2011 veranstalten und finanzieren wir jedes Jahr hunderte regionale und kantonale Mehrkampfwettkämpfe für Kids, die sich somit für das nationale Finale im Letzigrund qualifizieren können.»

«2015 zum Beispiel nahmen über 127‘000 Kinder und Jugendliche daran teil», erklärt Hediger im Bericht des Nachrichtenmagazins «10vor10». «Dass somit Talente erfasst werden und die Schweiz im grossen Stil Leichtathletik-Nachwuchs generieren kann, ist für ein Land dieser Grösse einzigartig.»

An den olympischen Spielen in Rio wäre ein Leichtathletik-Medaillensegen im grossen Stil zwar eine Überraschung, aber in Zukunft darf man sich an regelmässige Schweizer Spitzenlistungen freuen – vor allem von den Frauen.