Migranten-Boot kentert auf Weg zu Ramadan-Fest: fünf Tote

Vor der Küste Malaysias ist ein überfülltes Holzboot gesunken. Die Küstenwache konnte zwar 61 Personen retten. Über 30 weitere werden aber noch vermisst. Mindestens fünf Menschen starben.

Fünf Männer in einem Boot.

Bildlegende: Malaysische Rettungskräfte bereiten sich auf die nächste Suchaktion nach vermissten Bootspassagieren vor. Keystone

Die malaysische Küstenwache hat nach einem Bootsunglück 61 Menschen retten können. 18 Stunden nachdem das Schiff sank, wurden noch immer über 30 weitere Personen vermisst. Mindestens fünf Menschen starben.

Unter den Ertrunkenen seien vier Männer und eine Frau, sagte der Chef der Hafenpolizei von Port Klang, Mohamad Hambali Yaakup. Laut Angaben der Meeresbehörde (MMEA) waren Indonesier an Bord, die nach Sumatra wollten.

Hohe Wellen für Jahreszeit üblich

«Nach Angaben eines Überlebenden war das Boot überladen», sagte
der Sprecher der Behörde, Ibrahim Mohamed. «Er sagte, hohe Wellen
hätten das Schiff hin- und hergeworfen und schliesslich sei es gekentert.» Die Wellen in dieser Jahreszeit seien in der Region sehr hoch, teilten Ermittler mit.

Nach Behördenangaben befanden sich insgesamt 97 Indonesier an
Bord des Unglücksbootes, darunter auch Kinder. Sicherheitsausrüstung wie etwa Rettungswesten habe es auf dem Boot keine gegeben.

Die Behörde setzte die Suche nach Überlebenden fort. Einige seien womöglich an Land geschwommen, vermutete Ibrahim. Wahrscheinlich seien viele an Bord illegale Einwanderer gewesen.

Zum Beginn des Ramadans in die Heimat

Das Boot war auf dem Weg von Banting 45 Kilometer südlich der
Hauptstadt Kuala Lumpur nach Indonesien. Die Menschen wollten zum
Auftakt des muslimischen Fastenmonats Ramadan in die Heimat fahren.

Die Meerenge zwischen Malaysia und der indonesischen Insel
Sumatra, die «Strasse von Malakka», ist an der Stelle rund 60
Kilometer breit. Das Fischerboot wollte aber nach Angaben von
Ibrahim zur Provinz Aceh im Norden von Sumatra – eine 400 Kilometer
lange Reise.

Malaysia ist deutlich wohlhabender als das bevölkerungsreiche
Indonesien. In beiden Ländern wird praktisch die gleiche Sprache
gesprochen. Das Innenministerium schätzt, dass die Hälfte der 1,5
Millionen illegalen Arbeiter im Land aus Indonesien stammen. «Die
meisten arbeiten als Haushaltshilfen oder in Restaurants oder
Plantagen», sagte ein Mitarbeiter.