Nach Zelltransplantation: Gelähmter Mann kann wieder gehen

Nach einer Messerattacke vor vier Jahren war Darek Fidyka an den Rollstuhl gefesselt. Dank einer revolutionären Zelltherapie kann der von der Hüfte abwärts gelähmte Pole nun wieder gehen. Was für den Betroffenen eine «Wiedergeburt» ist, verleitet Forscher zu Superlativen.

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Operation geglückt: Fidykas erste Schritte

1:00 min, vom 21.10.2014

«Das ist beeindruckender, als wenn ein Mensch auf dem Mond spaziert», sagt der britische Neurologe Geoffrey Raisman. Der Grund für die überschwängliche Freude des Forschers: Ein medizinischer Durchbruch, der lange als undenkbar galt – die Regeneration eines durchtrennten Rückenmarks.

Chirurgen in Polen hatten dem Patienten bestimmte Stützzellen des Geruchssinns (olfaktorische Hüllzellen) entnommen und in die Wirbelsäule verpflanzt. Damit konnte dem zerstörten Nervengewebe eine «Brücke» gebaut werden, auf dem es wieder wuchs. Die Methode hatte Raisman mit seinem Team entwickelt, nun zeigte sie erstmals ausserhalb des Labors bei einem Menschen Erfolg.

Trotz monatelanger Physiotherapie zeigte der Pole zuvor keine Zeichen der Genesung. Von einem «unglaublichen Gefühl» sprach der Betroffene: «Es ist, als wäre ich wiedergeboren.»