Trend ungebrochen Permafrost taut immer mehr auf

Obwohl 2016 in den Alpen bessere Bedingungen herrschten, hat sich der langjährige Erwärmungstrend kaum abgeschwächt.

Blockgletscher in Graubünden

Bildlegende: Ein namenloser Blockgletscher in Graubünden: Der Blockgletscher ist eine spezielle Form von Permafrost. Keystone

  • Der alpine Dauerfrostboden erwärmt sich weiter.
  • Für die Gletscher herrschten 2016 etwas bessere Bedingungen. Allerdings hatte das wenig Auswirkungen auf die Bewegungen der Blockgletscher.
  • Immerhin: Im Jahr 2016 kam es zu weniger extremem Felsstürzen.

In den Schweizer Alpen taut die sogenannte Permafrost-Schicht weiter auf, dies vor allem in den tieferen Schichten, 10 bis 20 Meter unter der Oberfläche. So hat sich etwa der gefrorene Untergrund auf dem Gipfel des Stockhorns bei Zermatt seit 2011 um 0,6 Grad Celsius erwärmt.

Das zeigen die neusten Daten des Permafrost-Messnetzes (Permos), das von sechs Hochschulen und Instituten getragen wird.

Abkühlung dank spätem Schneefall

Durch anhaltend warme Bedingungen an der Bodenoberfläche erwärmt sich der dauerhaft gefrorene Untergrund (Permafrost) immer weiter. Zwar waren die Temperaturen 2016 etwas weniger extrem als 2015, der langjährige Erwärmungstrend des Permafrosts blieb jedoch auch im vergangenen Jahr ungebrochen.

Etwas abkühlen konnte die Bodenoberfläche durch den späten Schneefall im Winter 2015/2016: Ohne die isolierende Schneedecke gab der Boden mehr Wärme ab, wie Permos mitteilte. Besonders effektiv war diese Abkühlung im Engadin und auf der Alpensüdseite.

Die mittlere jährliche Temperatur an der Bodenoberfläche blieb so rund ein Grad Celsius unter der Durchschnittstemperatur von 2015, aber gleichauf mit dem Durchschnitt der letzten 15 Jahre. Fazit: Langfristig sei mit weiterhin steigenden Bodentemperaturen zu rechnen, die den Permafrost langsam, aber stetig auftauen lassen, hiess es abschliessend.

Auswirkungen auf Schuttmassen und Felsstürze

Die Erwärmung des Permafrosts zeigt sich auch in der Bewegung der Blockgletscher, also Schuttmassen aus Eis und Gesteinsbrocken. Zwar bewegten sie sich vielerorts in der Schweiz etwas langsamer als 2015, sie kriechen jedoch weiterhin um ein Mehrfaches schneller Richtung Tal als dies noch vor 20 Jahren der Fall war, das heisst mit mehreren Metern pro Jahr.

Ebenfalls weniger extrem als 2015 waren 2016 die Felsstürze. Allerdings gab es zwischen 8. September und Anfang Oktober doch einige kleine bis mittelgrosse Felsstürze, die auf den ungewöhnlich warmen Herbst und die Jahreszeit zurückgingen: Im September und Oktober taut der Untergrund maximal auf, bis an die Obergrenze des Permafrosts.