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Panorama Rekord-Trockenheit in der Schweiz

Flüsse, die kaum noch Wasser führen. Stromturbinen, die sich kaum noch drehen. In weiten Teilen der Schweiz hat es seit Juli, seit Beginn der Hitzeperiode, kaum mehr geregnet. Und daran hat sich bis heute nichts geändert. Nun sind die Folgen spürbar, etwa für die Wasserkraft.

Pegelmessstab an einem Fluss.
Legende: Gesunkene Pegelstände auch an Aargauer Flüssen (aufgenommen im August in Frick). Keystone

Mediterran wie in Spanien oder Griechenland. So war das Klima in den vergangenen Monaten im Mittelland: Es war lange heiss, und es hat kaum geregnet.

«Da ist etwas passiert, was wir nur ganz selten in unseren 150-jährigen Aufzeichnungen haben», sagt Stephan Bader, Klimatologe beim Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie.

Männer mit Fischfang-Netzen
Legende: Rettungsaktion für Fische während der Hitzeperiode am Homburger Bach in Thuernen. Keystone

Nur ein Drittel üblicher Regenmengen

Die Niederschlagsmenge bei der Messstation in Zürich etwa, verdeutlicht dieses seltene Ereignis. Zwischen Juli und Oktober ist nur ein Drittel der Regenmenge gefallen, die es sonst im langjährigen Durchschnitt gibt. Zuletzt hat es vor einem Vierteljahrhundert so wenig geregnet wie jetzt.

Verantwortlich für die aktuelle Trockenperiode sind die vielen Schönwetterlagen, so Bader: «Die bringen keine Niederschläge. Und wenn dann eine Störung vorbeigezogen ist, dann ist sie relativ schwach gewesen.» Und deshalb sind die Wasserstände inzwischen vielerorts tief: Die Pegel des Grundwassers etwa – und sie sinken weiter.

«Keine guten Nachrichten»

Auch viele kleinere und mittlere Flüsse führen kein oder nur noch wenig Wasser -– das gilt selbst für die Aare und den Rhein. Das macht insbesondere den Stromproduzenten mit Flusskraftwerken zu schaffen, wie Roger Pfammatter, Geschäftsführer des Schweizerischen Wasserwirtschaftsverbandes sagt: «Seit Juli ist es jetzt so, dass man auf etwa der Hälfte ist bei der Abflussmenge. Und damit auf etwa der Hälfte der Produktion. Das noch bei notabene sehr schlechten Strompreisen, das sind keine guten Nachrichten.»

Auch wenn die ersten Monate des Jahres für die Betreiber von Flusskraftwerken noch gut waren, die Rechnung ist einfach: Wenig Wasser bringt wenig Ertrag: «Es ist schon klar, die Fixkosten bei solchen Anlagen sind sehr hoch. Und das heisst, je geringer die Abflussmenge ist, umso höher sind nachher die Kosten pro Kilowattstunde.»

Legende: Video Felsstürze nicht nur wegen des Hitzesommers abspielen. Laufzeit 02:07 Minuten.
Aus Tagesschau vom 03.11.2015.

«Kein grosser Regenfall in Sicht»

Auf der anderen Seite hat das schöne und warme Wetter den Stromproduzenten auch in die Hände gespielt: Dank hohen Temperaturen im Hochgebirge sind die Stauseen fast voll, gespiesen von reichlich Schmelzwasser.

Trotzdem, ein Landregen, der den Wasserhaushalt wieder in Ordnung bringt, zeichnet sich derzeit nicht ab, meint Klimatologe Bader: «Zumindest bis Mitte Monat ist kein grosser Regenfall in Sicht.»

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9 Kommentare

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  • Kommentar von René Balli (René Balli)
    Es ist jetzt reichlich spät für Klimadebatten, das Problem lag schon Jahrzehnte auf dem Tisch aber die Wirtschaft und ihre Medien haben es erfolgreich verleugnet. Wenn wir schon wissenschaftlich an das Thema gehen wollen, sollte bewiesen werden, dass der Ausstoss von Milliarden von Tonnen CO2 NICHT das Klima der Erde verändert, alles andere ist pseudo Wissenschaft und nicht wirklich im Bewusstsein, dass wir nur eine Erde haben.
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  • Kommentar von W. Pip (W. Pip)
    Mehr verbaute Landflächen, weniger Versickerung. Mehr Menschen, mehr Verbrauch. Wir können so lange weitermachen, bis es der hinterste und letzte kapiert...
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  • Kommentar von Beppie Hermann (Eine rechte Grüne)
    Die Natur vergibt Preise für globale und lokale Gedankenlosigkeit. Solange der Mensch auf Rang 1 vor unsrer Lebensgrundlage und seinem ausgeklügelten System steht, steuern wir weiter unserem Ende entgegen. Es ist wie im Bundesrat, Regen und Sturm, Wärme und Kälte gehörten zu einem guten Klima. Ein Zuviel oder ein Zuwenig kann grosse Schäden anrichten. Seit geraumer Zeit herrscht warmes Wohlfühlklima vor, so ergeben sich keine Weisheiten.
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