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Panorama SBB verkauft asbestbelastete Zugwagen nach Tschechien

Ein Geschäft mit Beigeschmack: Die SBB veräussert 25 Reisewaggons an die tschechische Bahn RegioJet – und feiert den Millionendeal auf Twitter.

Die SBB hat 25 sanierungsbedürftige Reisezugwagen nach Tschechien verkauft. 1 Million Franken hat sie dafür kassiert. Dazu hat sie sich auch noch eines Problems entledigt: Die Wagen enthielten Asbest.

Die Freude über den Deal ist SBB-intern unverkennbar. Das zeigt ein Tweet, den ein Mitarbeiter abgesetzt hat.

Tweet SBB-Mitarbeiter

Die SBB setzt sich damit dem Verdacht aus, ein Problem einfach «exportiert» zu haben. Davon will die Bahn allerdings nichts wissen:

«Es handelt sich (...) um gebundenes Asbest in kleinen Mengen, das nur bei Schleifarbeiten (...) gelöst werden kann. Es besteht und bestand nie eine Gefahr für Fahrgäste», schreibt die SBB.

«Der Deal dürfte wohl juristisch korrekt abgelaufen sein», erwidert Manuel Avallone, Vize-Chef der Schweizerische Eisenbahn- und Verkehrspersonal-Verband (SEV). «Moralisch ist es aber verwerflich, wenn die Wagen ins Ausland verkauft werden.»

Die SBB: Der Verkauf sei vorgängig mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) und dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) abgeklärt und von diesen genehmigt worden.

17 Kommentare

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  • Kommentar von Daniel Stoll (Gschobe)
    Wo bitte liegt das Problem bei diesem Verkauf? Die SBB weist den Käufer ja explizit auf das Vorhandensein von Asbest hin. Und sowieso, solange da nicht jemand die Bauteile zersägt, bestehen auch keine gesundheitlichen Risiken. Sollen etwa sämtliche 80er-Jahre Mehrfamilienhäuser nicht mehr verkauft werden können aufgrund eines Asbestvorkommens? Lachhaft, völlig aufgebauscht ist diese Story! Ein Bericht über Bachelor Janosch hätte wohl noch mehr Nährwert gehabt....
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  • Kommentar von Simon Suter (Simi)
    Würde irgend eine Privatfirma einen ähnlichen Deal machen, wärs nicht mal ne Randnotiz wert, aber bei unseren weltweit vorbildlichen Bundesbahnen ist keine noch so lächerliche Ausrede recht, um auf ihr rumzuhacken. Nicht einmal alte Waggons darf sie verkaufen, aber weeehe, die Billetpreise steigen wieder.
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  • Kommentar von Torsten Evers (Peter Huber)
    Die SBB: Der Verkauf sei vorgängig mit dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) und dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) abgeklärt und von diesen genehmigt worden. Das Pfui gilt wohl mehr an die Adresse: BAFU und BAG Das ist CH Entwicklungshilfe, wenn am Ende noch was heraus springt.
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