Schlacht von Gettysburg – wie vor 150 Jahren

Die blutige Schlacht von Gettysburg dauerte drei Tage. Am Schluss gewannen die Nordstaatler. Dieser Sieg gilt als Wendepunkt im amerikanischen Bürgerkrieg. Und heute, 150 Jahre später, spielen tausende Laiendarsteller die Schlacht detailgetreu nach.

Geschichte greifbar machen ist das Ziel. Für dieses treffen sich Laienschauspieler und Geschichts-Interessierte zur nachgespielten Schlacht von Gettysburg.

Kein Konflikt in der Geschichte der USA kostete mehr Amerikaner das Leben: Im Bürgerkrieg von 1861 bis 1865 starben 620'000 Soldaten und mehrere Hunderttausend Zivilisten. Der Norden wollte den Südstaaten so die wirtschaftliche Grundlage entziehen. Hauptursache war der Streit zwischen den Nord- und Südstaaten um die Abschaffung der Sklaverei.

Während der sich industrialisierende Norden für die Befreiung der Sklaven eintrat, befürchtete der Süden als Exporteur von Baumwolle, Tabak und Zuckerrohr um die Grundlagen seiner Plantagenwirtschaft. Der auch Sezessionskrieg genannte erste moderne Massenkrieg endete mit der Kapitulation des Südens 1865 und der Befreiung von vier Millionen afroamerikanischen Sklaven.

1860 wurde Abraham Lincoln zum 16. Präsidenten der USA gewählt. Dass er in der Sklavenfrage eine gemässigte Position vertrat, veranlasste zunächst sieben Südstaaten auf Drängen radikaler Kräfte zur Abspaltung vom Norden. Als Konföderierte Staaten von Amerika bildeten sie eine neue Republik. Vier weitere Staaten schlossen sich später an.

Menschenliebe oder Kriegstaktik?

Die nationale Einheit zu wahren, zählte aus Sicht des Nordens fortan zu den wichtigsten Zielen des Krieges. «Ich will die Union retten», schrieb Lincoln 1862. Und: «Wenn ich sie retten könnte, indem ich alle Sklaven befreite, würde ich es tun.»

War es wirklich reine Menschenliebe, oder doch Kriegstaktik? Über die Motive Lincolns, die Sklaverei abzuschaffen, herrscht Uneinigkeit.

Bei Gettysburg in Pennsylvania kam es 1863 zu der entscheidenden Schlacht.