Schnee in Europa: Massenkarambolage – Megastau – Flugstreichungen

Der Winter meldet sich zurück: Auf den Strassen in Frankreich und Deutschland gerät der Verkehr ins Stocken. Der Flughafen Frankfurt musste vorübergehend schliessen. An den Pariser Flughäfen fallen zahlreiche Flüge aus. Auch Zürich ist betroffen.

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Der Winter ist zurück

1:25 min, aus Tagesschau vom 12.3.2013

Die Behinderungen im Flugverkehr hatten auch Auswirkungen auf die Schweiz: In Zürich mussten 31 Flugpaare gestrichen werden. Betroffen waren Flüge von und nach Frankfurt und Paris, sowie je zwei Verbindungen nach Düsseldorf und Brüssel.
 
In Genf mussten rund 10 Prozent der Flüge annulliert werden. Betroffen waren die Destinationen Paris, Frankfurt und Brüssel. Auch am Euroairport Basel-Mülhausen
fielen mehrere Flüge aus.

Hunderte Flüge in Frankfurt gestrichen

An den Pariser Flughäfen Charles de Gaulle und Orly sind je fast ein Viertel aller Flüge und in Lille sogar alle Flüge gestrichen worden. In Orly schlitterte eine Maschine der tunesischen Fluglinie Tunisair über die Landebahn hinaus, 140 Passagiere wurden gerettet, die Bahn geschlossen.

Der Frankfurter Flughafen musste vorübergehend ganz geschlossen werden – der Betrieb wurde am Nachmittag nur langsam wieder aufgenommen. Über 400 Flüge sind gestrichen worden. Frankfurt ist der grösste Flughafen Deutschlands.

Chaos auf Frankreichs Strassen

Auch in Paris herrschte Verkehrschaos. Viele Autos konnten nur im Schritttempo fahren. Das staatliche Bahnunternehmen SNCF riet allen Bewohnern, nicht in die Pariser Innenstadt zu fahren.

Im Grossraum Paris fielen am Morgen viele Vorstadt-Züge aus. In der Nähe der Stadt Amiens sassen über Stunden fast 400 Passagiere in TGV-Hochgeschwindigkeitszügen fest.
 
Im Norden Frankreichs bleibt der Bahn-Fernverkehr bis am  Mittwochmorgen unterbrochen. Es sei für Mittwoch «keine Rückkehr zur Normalität absehbar» im französischen Bahnverkehr, sagte SNCF-Chef.

Mehrere hundert Menschen wurden am Montagabend auf der Nationalstrasse 13 mit ihren Autos eingeschneit. Zudem waren in Frankreich bis zu 100'000 Haushalte ohne Strom. Premierminister Jean-Marc Ayrault setzte einen Krisenstab ein. Dieser sollte die Sicherheit und die Fortbewegungsmöglichkeiten der Bevölkerung sicherstellen.

Massenkarambolage in Deutschland

Bei dichtem Schneetreiben sind im deutschen Bundesland Hessen bis zu 100 Autos und Lastwagen ineinander geprallt. Mehrere Dutzend Menschen wurden bei den Karambolagen nahe Münzenberg verletzt.

Rekordstau in Belgien

In Belgien bildeten sich auf den Strassen Staus mit einer Rekordgesamtlänge von 1670 Kilometern. In Brüssel wurden beide Hauptbahnhöfe geschlossen.

Der Hochgeschwindigkeitszug Eurostar, der London mit Paris und Brüssel verbindet, fuhr ebensowenig wie der französische Thalys, der zwischen Paris und Köln verkehrt.

Engländer übernachteten in Autos

Der Winter ist auch nach Grossbritannien zurückgekehrt: Hunderte Menschen verbrachten die Nacht in ihren Autos auf den Autobahnen, weil Schneefälle und eisiger Wind die Strassen im Südosten Englands unbefahrbar gemacht hatten.

Viele Autofahrer in Südengland sind auch im Winter mit Sommerreifen unterwegs, so dass zehn Zentimeter Schnee in den Grafschaften Kent und Sussex zu Hunderten Unfällen auf den Strassen führten. Dabei wurde niemand lebensbedrohlich verletzt.