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Die Zerstörung von Lebensräumen für die Landwirtschaft ist das grösste Problem
Aus HeuteMorgen vom 10.09.2020.
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Studie des WWF Wildtierbestände seit 1970 um zwei Drittel zurückgegangen

Naturfreundlichere Landwirtschaft, weniger Fleischkonsum: Nur wenn wir rasch vielfältige Massnahmen ergreifen, könne der negative Trend des Artensterbens umgekehrt werden, so der WWF.

Ein Rückgang der Wildtiere um zwei Drittel – das klingt dramatisch, aber es ist nur ein Durchschnittswert über alle Weltregionen und Lebensräume. In Südamerika liegt der Rückgang sogar bei über 90 Prozent.

Und im Lebensraum Süsswasser – in Feuchtgebieten, Seen und Flüssen – sind die Bestände jener Tierarten, die von den Forschern beobachtet wurden, um über 80 Prozent eingebrochen.

«Sehr beunruhigend»

«Das ist ein einmaliger Rückgang in der Geschichte unseres Planeten und sehr beunruhigend», sagt Thomas Vellacott, Leiter des WWF Schweiz. Beunruhigend, weil die Natur verarmt und weil es auch den Menschen trifft: Vom Fischfang zum Beispiel leben Millionen von Menschen, die immer weniger zu fangen haben.

Auch die Jagd ist wichtig fürs Überleben vieler Menschen. Diese Jagd ist aber auch ein Grund dafür, dass viele Tierarten seltener werden. Doch der wichtigste Grund ist ein anderer, sagt Vellacott: «Der stärkste Faktor ist die Zerstörung von Lebensräumen für die Nahrungsmittelproduktion. Also etwa die Abholzung von Tropenwäldern, wo dann Soja oder Palmöl angebaut wird.»

Unter den OECD-Ländern bekommt die Schweiz eine der schlechtesten Noten bezüglich ihrer Biodiversitäts-Politik.
Autor: Thomas VellacottCEO WWF Schweiz

Das heisst, auch wir Menschen in der Schweiz sind mitverantwortlich für die globale Situation – weil wir zum Beispiel Fleisch von Rindern konsumieren, die mit Soja aus den Tropen gefüttert wurden.

Doch auch hierzulande geht es den Wildtieren schlecht, sagt Vellacott: «Der Biodiversitäts-Rückgang in der Schweiz ist dramatisch. Es ist nicht so, dass wir als Klassenbeste dastehen. Unter den OECD-Ländern bekommt die Schweiz eine der schlechtesten Noten bezüglich ihrer Biodiversitäts-Politik.»

Mehr Schutz, weniger Fleischkonsum

Darum müsse zum Beispiel die Schweizer Landwirtschaftspolitik naturfreundlicher werden. Aber Einzelmassnahmen genügen nicht, um das Steuer herumzureissen – weder hierzulande noch global, das zeigen Computersimulationen in dem neuen Bericht.

Nötig seien daher umfassende Massnahmen: mehr Schutzgebiete, eine naturfreundlichere Landwirtschaft und weniger Fleischkonsum.

Heute Morgen, 10.9.2020, 07:10 Uhr

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7 Kommentare

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  • Kommentar von Walter Foletti  (Walter Foletti)
    Die Zukunft sieht diesbezüglich düster aus. Viele Staaten in Asien und Afrika haben bezüglich Lebensstandard erheblichen Nachholbedarf.
    Dazu kommt, dass durch die zunehmende Überbevölkerung in diesen Gegenden noch mehr Regenwälder, Savannen etc. gerodet werden. Dies um Ackerbau zu betreiben, oder als Grasland für Rinderzucht zu benutzen
    Somit wird der Lebensraum für Wildtiere und Insekten immer kleiner und das Ökosystem wird damit empfindlich gestört, ja gar zu Nichte gemacht.
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  • Kommentar von Tobias Widmer  (sportaholic)
    Zwei Drittel...
    Zwei Drittel!!!
    Zwei Drittel und wir diskutieren noch, ob der Mensch wirklich so schlecht ist für den Planeten...
    Zwei Drittel und ich höre Argumente wie 'schon in den 70ern haben Forscher gesagt wir seien zu viele Menschen'. Als wär das ein Gegenargument?
    Zwei Drittel und es muss gesagt sein: Die Forscher damals hatten Recht. Von drei Tieren gibt es heute noch eines.
    Man muss der Zahl mal ein paar Minuten Platz geben im Kopf.
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  • Kommentar von Markus Feierabend  (Quantenmechanik)
    Menschen sind wie Krebs für die Arten Vielfalt. Und Krebs stirbt wenn sein Wirt es nicht mehr verträgt. Wir ALLE werden dafür die Rechnung bekommen. Und unsere Staatsführungen pennen, und Pennen weiter in dieser Sache. Sorry ärgert mich unsäglich.
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