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Panorama Tier im Recht – Orang-Utan erstreitet sich die Freiheit

Für gewöhnlich beschäftigen sich Gerichte nur mit Klägern, die einen zu 100% menschlichen Gencode haben. Nun drückte die argentinische Justiz ein Auge zu – und sorgte für einen tierischen Präzedenzfall.

Legende: Video Freiheitskampf eines Menschenaffen abspielen. Laufzeit 00:23 Minuten.
Aus News-Clip vom 23.12.2014.

Vom «Objekt» zur Rechtsperson: Menschenaffe «Sandra» hat einen kometenhaften Aufstieg hinter sich – und darf sich nach 20 Jahren Gefangenschaft auf die Freiheit freuen. Dies entschied ein argentinisches Gericht.

Ganz ohne menschliche Schützenhilfe war der Coup aber nicht möglich. Die Klage wurde von der Argentinischen Anwaltsvereinigung für Tierrechte (Afada) geführt.

Lebensabend im Regenwald

Sandra müsse eine «ungerechtfertigte Gefangenschaft» erleiden, so die Tierschützer. Zwar sei sie biologisch nicht identisch mit dem Menschen, aber emotional. Sie wäre in Freiheit glücklicher. Nach argentinischem Recht müsse der Orang-Utan mehr als eine Person denn als Sache angesehen werden.

Welche Auswirkungen das Urteil auf die Gesetzgebung und Rechtspraxis haben wird, ist offen. Die 1986 in einem deutschen Zoo geborene und 1994 nach Argentinien gebrachte 29-jährige Orang-Utan-Dame darf ihren Lebensabend in einem Schutzgebiet in Brasilien verbringen.

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13 Kommentare

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  • Kommentar von M.Kaiser, Rebstein
    Die Dame wird Kinder bekommen und glückliche Mutter sein. Ein Tier mit 99% Genen des Menschen , ist von den Gefühlen her, sicher dem Mensch gleichzustellen. Es wäre dasselbe , wie wenn eine neue, intelligentere Spezies wie der Mensch , uns in Käfige halten würde .
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  • Kommentar von Ursula Morf, Thun
    Tiere sind keine Menschen, eigentlich unnötig das zu erwähnen. Sie sind aber auch keine Sache. Tiere sind eine eigenständige Kategorie von Lebewesen. Sie sind empfindungsfähig und haben durchaus Eigenschaften und Fähigkeiten, die sie mit uns teilen. Und oft sind sie uns auch überlegen. Oder kann ein Mensch nachts durch die Luft fliegen? Kann ein Mensch so schnell rennen wie eine Raubkatze? Kann ein Mensch so loyal sein wie ein Hund?
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  • Kommentar von Karl Sauter, Zürich
    Offenbar hat die argentinische Justiz keine anderen Fälle mehr zu behandeln und muss nun beide Augen zudrücken, damit sie ein solch absurdes "Urteil" fällen kann. Und der Tierschutz treibt das Ganze zum Exzess - nicht zum Wohl der Umwelt, die tatsächlich geschützt werden muss!
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