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Panorama Trauer um Fotograf René Burri

Che Guevara mit Zigarre. Picasso im gestreiften Leibchen. Diese weltberühmten Fotos stammen vom Schweizer René Burri. Jetzt ist er 81-jährig in Zürich gestorben.

Legende: Video «Zum Tod von René Burri» abspielen. Laufzeit 2:21 Minuten.
Aus Tagesschau vom 20.10.2014.

Der Fotograf René Burri, dessen Porträts von Che Guevara Weltruhm erlangten, ist tot. Er war seit längerer Zeit krank. Burri verstarb 81-jährig in Zürich, wie seine Fotoagentur Magnum gegenüber SRF bestätigt. Zahlreiche ehemalige und aktuelle Weggefährten drückten über Twitter ihr Beileid aus.

Burri, am 9. April 1933 in Zürich geboren, war Mitglied der Fotoagentur Magnum. Für die Agentur reiste er um die Welt und publizierte seine Reportagen über die grossen politischen Geschehnisse des 20. Jahrhunderts in zahlreichen Magazinen.

Ikone Che Guevara

Den grössten seiner Coups landete Burri 1963 in Havanna, als er vom kubanischen Industrieminister Ernesto Che Guevara empfangen wurde. Bei diesem Besuch entstanden zahlreiche Porträts; eines davon mit dem bärtigen, Zigarre rauchenden Revolutionär hat unverzüglich die Reise um die Welt angetreten.

Magnum trauert um René Burri

Weltbekannt waren aber auch Burris Porträts von Pablo Picasso, Alberto Giacometti oder Le Corbusier. Sein erstes Bild einer prominenten Person schoss er aber schon im Alter von 13 Jahren, als er Winston Churchill in Zürich ablichtete.

Burri besuchte die Kunstgewerbeschule in Zürich. 1955 reichte Burri seine Fotoreportage über die Arbeit der Zürcher Musikpädagogin Mimi Scheiblauer mit taubstummen Kindern bei der Fotoagentur Magnum ein und erhielt den Zuschlag.

Zu Burris Werk gehören auch Fotobücher. 1959 bis 1961 bereiste er Deutschland. Die Aufnahmen, unter anderem über den Mauerbau, erschienen 1962 im Band «Die Deutschen».

Sein Werk wurde in zahlreichen Ausstellungen präsentiert – unter anderem in seiner Heimatstadt Zürich. 2013 zeigte das Museum für Gestaltung Burris Bilder.

Sein Oeuvre ist auch mehrfach ausgezeichnet worden. Zuletzt erhielt der Fotograf 2011 den mit 20'000 Franken dotierten «Swiss Press Photo Life Time Achievement Award» der Fondation Reinhardt von Graffenried.

2 Kommentare

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  • Kommentar von F.Riedo, Bern
    Ein grosser Schweizer und Künstler ist von uns gegangen. Unpolitisch, neutral und fair im Umgang mit seinen Fotomotiven gegenüber. Schade, dass es immer weniger solche Menschen gibt. Heute dreht sich alles nur noch um Skandale, Aufmerksamkeit und Geld. Für ihn zählten Freundschaft, Aufrichtigkeit und sein eigner Blick auf das Motiv egal welchem Lager das Sujet angehörte. An den SRF: Es wäre sehr schön wenn SRF dem "Röné" einen gebührlichen Nachruf mit einer Sondersendung machen würde.
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  • Kommentar von Röné Bringold, 4055 Basel
    Speziell war die Begegnung mit René Burri im 2011 in Basel (Galerie Oslo). Die Aufnahme die ich von ihm realisieren konnte und typisch Burri seine Widmung im Buch, das ich gekauft habe: Von René mit «e» für Röné mit «ö»! Herzliches Beileid der Famiie.
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