Wasser kostet jetzt auch in Irland

Irland ist eines der letzten westlichen Länder, in denen das Wasser gratis ist. Aber das nur noch ein paar Tage lang. Ab Anfang April werden zum ersten Mal in der irischen Geschichte Wasser-Rechnungen verschickt. Nun haben noch einmal Zehntausende Iren Dampf abgelassen.

Video «Wasser kostet jetzt auch in Irland etwas» abspielen

Einführung von Wasser-Rechnungen treibt Iren auf die Strasse

1:07 min, aus Tagesschau Spätausgabe Wochenende vom 21.3.2015

In Dublin ist gegen die wohl verhassteste aller Sparmassnahmen der irischen Regierung demonstriert worden. Rund 40'000 sind laut Schätzungen von unabhängigen Beobachtern auf die Strassen der Hauptstadt gegangen. Um dagegen zu protestieren, dass ab April das irische Wasser soviel kosten soll, wie im europäischen Durchschnitt. Zwischen 200 und 400 Euro pro Jahr und Haushalt.

Protest-Bilder.

Bildlegende: «Ministerium für Durst» steht über den Protest-Bildern gegen Regierungsmitglieder. SRF

Massnahme des Euro-Sparpakets

Sich das Wasser etwas kosten zu lassen, das ist die letzte Massnahme eines 30 Milliarden-Euro-Sparpakets der Regierung. Geduldig haben die meisten Iren die anderen Massnahmen ertragen, aber das Wasser, das bringt das Fass zum Überlaufen.

Tatsächlich leuchten die Spar- und Geldbeschaffungsmassnahmen der Regierung vielen nicht mehr ein: Die irische Wirtschaft ist letztes Jahr um 4,8 Prozent gewachsen. Und hat so das grösste Wachstum in der ganzen EU.