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Panorama Wen gehen meine Trainingsdaten etwas an?

Google, Apple & Co. sammeln fleissig Daten. Sie wissen immer mehr über unseren Gesundheitszustand. Besonders in Mode sind Armbänder, die etwa Puls, Laufstrecke und Schrittzahl registrieren. Doch diese Daten könnten missbraucht werden, denn die Politik hinkt der technologischen Entwicklung hinterher.

Legende: Video Neue Technologien und ihre Gefahren abspielen. Laufzeit 02:26 Minuten.
Aus Tagesschau vom 28.01.2015.

Täglich sieben Minuten trainieren soll ich, befiehlt die App auf dem Smartphone. Das sei gesund, wissenschaftlich erwiesen. Und so folge ich dem Instruktor.

Doch wer erfährt, ob und wann ich die Liegestützen mache? Datenschutz-Richtlinien finden sich nirgends. Die Nachfrage bei der Programmierfirma in Schweden ergibt: Trainingsgewohnheiten werden anonym übermittelt. Und bei der nächsten Version soll dann auch der Datenschutz ein Thema sein.

Ist das normal? Ich frage Datenschützer Hanspeter Thür. «Das ist ein gutes Beispiel. Es zeigt, dass man sich als Konsument anstrengen muss, wenn man solche Geräte nutzen will», sagt Thür.

Schrittzähler immer aktiv

Ein zweites Beispiel: Mein iPhone zeichnet jeden Schritt auf, den ich mache, und speichert ihn. Wo kann ich das abstellen? Diese Frage richte ich an Apple. Ich erhalte sieben Dokumente, in welchen ich die Antwort auf meine Frage nicht finde.

Den Schrittzähler auf neuen iPhones kann man nämlich nicht abstellen. Das kritisiert Hanspeter Thür: «Ich hätte kein Problem damit, wenn dieses Gerät meine Schritte zählt und die Information bei mir bleiben würde.» Doch diese und andere Daten landen bei Firmen, die nun wissen, wie oft ich zu Fuss unterwegs bin und welche Übungen ich täglich mache.

Wie sensibel sind Fitnessdaten?

«Nicht so tragisch», findet Marc Lounis. Er trägt ein Fitness-Armband und ist bei der Swisscom für diese und ähnliche Gadgets zuständig. «Für mich ist wichtig, dass ich damit leben kann. Die Daten, die ich preisgebe sind aus meiner Sicht nicht allzu sensibel.» Es könne aber schon sein, so Lounis, dass er seine Meinung einmal ändere.

Die Kontrolle darüber, welche Daten hinausgehen, ist schwierig. «Leider ist heute die Gesetzgebung in der Schweiz aber auch weltweit zu schwach», kritisiert SP-Nationalrat Jean Christophe Schwaab. Er will, dass man Programme und Geräte jederzeit vom Internet trennen kann.

Und sowohl Schwaab wie auch Datenschützer Thür wünschen sich: privacy by default. Das heisst, wenn Programme in Zukunft Daten weitergeben wollen, müssen sie jedes Mal danach fragen. Hanspeter Thür sagt dazu: «Das Gerät muss so eingestellt sein, dass der Nutzer, wenn er nichts freigeben will, nichts machen muss.»

Doch während der technologiesche Fortschritt voraneilt, hinkt die Politik hinterher. Und die Hobbysportler, welche sich von Programmen motivieren lassen, liefern weiter ihre Daten.

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